Das *hachz*-Gefühl ist immernoch sehr präsent. Aber nicht ununterbrochen (war es vermutlich auch noch nie). Allerdings zeigt sich mittlerweile auch sehr deutlich, dass wir uns mit großen Schritten der Trotzphase nähern.
Das Fröschlein hat mittlerweile sehr klare Vorstellungen davon, was es will, wann es das will, und wie genau das zu geschehen hat. Kleinste Abweichungen können verheerende Folgen haben. Und wenn ich böse Mama sogar etwas ganz anderes im Sinn habe als er, dann bekomme ich eine Vorstellung davon, was in nächster Zeit auf uns zukommt.
Gestern wählten wir einen für uns ungewöhnlichen Weg nach Hause. Als wir eine Straße überquerten, drehte sich das Fröschlein auf einmal um, wollte zurück laufen und rief immer wieder “Auto”. An einer stark befahrenen Straße sind Autos keine Seltenheit, deshalb verstand ich zunächst gar nicht, was er wollte. Nach einige Zeit fiel der Groschen. Er hat am Ende einer Querstraße einen Drogeriemarkt entdeckt, in dem er mal vor einiger Zeit einen Auto-Einkaufswagen benutzen durfte. Nach dem Einkauf hat es ziemlich lange gedauert, bis wir ihn wieder aus dem Gefährt gelotst hatten. Dass er sich daran noch erinnerte, außerdem aus der Entfernung im Halbdunkel die Orientierung behielt, wo wir noch dazu auf keinem gewohnten Weg unterwegs waren, überraschte mich schon sehr.
Ich hatte meine liebe Mühe, ihn davon abzuhalten, geradewegs zurück auf die Straße zu laufen. Schließlich klemmte ich ihn mir einfach unter den Arm und schleppte ihn ein paar Meter auf einen nahegelegenen Supermarktparkplatz. Dort erklärte ich ihm wieder und wieder, dass wir heute nicht zu dem Autoeinkaufswagen gehen würden. Dass wir jetzt nach Hause gehen. Dass er gerne in seinen Kinderwagen darf, wenn er nicht mehr laufen möchte. Dass er auf dem Weg auch gerne noch auf seiner Lieblingsmauer klettern darf. Alles ohne Effekt. Das Fröschlein tobte und schrie, wälzte sich auf dem Boden und hing sich an meine Knie, wenn ich versuchte, einen Schritt weiter zu gehen oder versuchte mit den Worten “Tüss Mama” wegzulaufen. Zahlreiche Passanten schauten uns mehr oder weniger neugierig an, zum Glück sparten sich fast alle hilfreiche Kommentare, dafür gab es das eine oder andere aufmunternde Lächeln. Da ich so etwas jetzt schon häufiger erlebte und keinerlei Zeitdruck hatte, habe ich das ganze einfach ausgesessen. Einfach ruhig weiter mit ihm geredet, bis er nach 10 Minuten bereit war, in seinen Kinderwagen zu steigen und mit mir nach Hause zu kommen.
Bislang finde ich diese Episoden fast noch unterhaltsam, aber bislang hat es mich auch noch nie erwischt, wenn ich sowieso schon unter Druck stand. Davor graut mir ein wenig.