Babydecke mit Verspätung

Über ein Jahr habe ich nichts geschrieben. Und da bei Twitter ein paar Nachfragen zur gerade fertig gestellten Babydecke kamen, ist das doch ein guter Startschuss für einen Blogneuversuch.

Die Idee zu einer Babydecke schwirrte bereits einige Zeit in meinem Kopf herum. Aber da ich keine Handarbeitsqueen bin, und sowieso nie genug Zeit für meine Geistesblitze habe, schob ich sie erst einmal beiseite. Gut drei Monate vor der Geburt des Partyjungen war ich krank geschrieben, sollte viel liegen und wusste nichts so recht mit meiner Zeit auf dem Sofa anzufangen. Da packte mich die Euphorie und ich setzte mir in den Kopf, doch noch eine Decke zu häkeln. Aber welches Muster, welche Farben? Die Wollwahl fiel schnell: Cool Wool Baby von Lana Grossa. Bei den Farben entschied ich mich, den Schwerpunkt auf Gelb- und Grüntöne zu legen, aber auf jeden Fall sollte es farbenfroh werden. Ein Wellenmuster hätte mir gefallen, aber ich hatte meine Zweifel, ob ich am Ball bleibe, wenn ich die ganze Decke am Stück häkele, da ich mir das sehr eintönig vorstellte. Die Lösung: Granny Squares. Dabei häkelt man einzelne Quadrate, die man dann am Ende zusammennäht. Das Problem dabei war, dass mir viele Muster, die ich bei meiner Recherche entdeckte, überhaupt nicht gefielen. Für mich hatten sie was von Oma-Topflappen. Dann stieß ich aber auf ein Muster, das ich richtig klasse fand: Sprial-Grannys (Anleitung von nadelspiel). Da mir die entstandenen Quadrate aber zu klein waren, habe ich nach selbem Prinzip noch eine zusätzliche Runde drangehängt. Ursprünglich wollte ich die gesamte Decke ausschließlich in diese Muster gestalten, das war mir dann aber doch zum einen zu unruhig und zum anderen zu viel Fadenvernäherei, da man immer mindestens vier Farben im Einsatz hat (und eventuell für den Rand nochmal eine zusätzlich).

Also wollte ich noch zusätzlich eine Lösung für einfarbige Quadrate. Zunächst häkelte ich „4 Trees“ (Anleitung ebenfalls von nadelspiel), allerdings fand ich die gar nicht so einfach zu häkeln und das Ergebnis war mir zu „löchrig“, schließlich soll die Decke ja warm halten. Deshalb blieb es letztendlich bei zwei dieser Quadrate.

Die Lösung war dann dieses Granny-Square-Tutorial, das ich über blumenpost gefunden hatte. Nach dieser Anleitung häkelte ich sowohl einfarbige als auch mehrfarbige Quadrate, da konnte ich beliebig variieren.

Anfangs lief es rund, es kam Quadrat um Quadrat hinzu. Leider liegt es mir nicht, richtig gleichmäßig und glatt zu häkeln, die entstandenen Flicken waren ziemlich verdreht und wellig, besonders die Spiralen. Also wusch und spannte ich jedes Quadrat einzeln, was gut funktionierte, aber einigen Arbeitsaufwand bedeutete. Und dann begann ich nebenbei, Fäden zu vernähen und merkte, dass das so überhaupt nicht mein Ding ist. Stinklangweilig! Die Motivation schwand. Und so wurde das Partybaby geboren, ich hatte in einer Kiste rund 30 Quadrate rumliegen, teilweise noch komplett unvernäht und ich legte die ganze Sache erst einmal auf Eis.

Mehr als ein Jahr ging ins Land, bis im November die KiTa-Eingewöhnung für den Partyjungen begann. Gemeinsam mit einer anderen Mutter verbrachte ich viel Zeit in der Elternecke. Und die andere Mutter strickte. Das erinnerte mich an meine halbfertige Decke und mein Ehrgeiz war geweckt. Dass ich sie nie fertig gestellt hatte, wurmte mich schon lange. Und so häkelte ich die letzten 11 Quadrate, vernähte was das Zeug hielt und begann dann auch endlich, die Quadrate in Bahnen zusammen zu nähen (Anleitung ebenfalls nadelspiel).

Ich habe fertig!

Ich habe fertig!

Zum Abschluss umhäkelte ich die Decke noch mit zwei Runden Stäbchen und jetzt ist es endlich geschafft: die Babydecke ist fertig. Nur dass ich inzwischen kein Baby mehr habe. Aber vielleicht braucht der Partyjunge ja trotzdem noch eine Kuscheldecke, bislang hat er jedenfalls noch nichts gefunden, mit dem er intensiver kuschelt und das ihn in den Schlaf begleitet.

Einweihung durch das Partybaby

Einweihung durch den Partyjungen

Fazit: Ich habe insgesamt 21 Monate für die Fertigstellung der Decke gebraucht. An jedem Quadrat habe ich mit etwas Übung circa eine Stunde gehäkelt (an den Spiralen etwas länger, die einfarbigen gingen etwas schneller). Was ich total unterschätzt hatte, war der Zeitaufwand für das Ver- und Zusammennähen. Dafür würde ich in etwa nochmal genau so viel Zeit wie für die Häkelei veranschlagen (und wirklich glücklich bin ich mit meinen Nähkünsten nicht, das sieht teilweise doch recht unsauber aus). Wie viel Wolle ich insgesamt verbraucht habe, weiß ich leider gar nicht, auf jeden Fall ist die Decke für mich überraschend schwer geworden. Ingesamt ist die Decke ca. 80×90 cm groß und besteht aus 42 Quadraten. Das Häkeln hat mir Spaß gemacht, deshalb wird es mit Sicherheit nicht mein letztes Häkelprojekt gewesen sein.

BLW Tage #04 & #05 – Banane, Zucchini & Nudeln

Gestern früh saßen wir zusammen beim Früstück und ich schnippelte Banane für unsere Müslis. Das Partybaby war beim Gatten auf dem Arm und wurde so wild, hektisch und aufgeregt, als es uns beim Essen sah, dass wir ihm ganz ungeplant ein Stück Banane in die Hand drückten. Auch hier war die Handhabung aufgrund der Konsistenz nicht ganz einfach, aber der Geschmack scheint überzeugend gewesen zu sein. Wenig später trat das Partybaby dann auch den Beweis an, dass es wirklich etwas schluckt: es musste brechen. Da das an schlechten Tagen regelmäßig bis zu 10x vorkommt, ist das aber kein Grund zur Beunruhigung.

Mittags dann gab es Nudeln mit Zucchini. Beides weckte zumindest Interesse. Die Nudeln hatte ich aber wohl etwas zu bissfest gegart, das nächste Mal werde ich ihnen eine Minute mehr spendieren. Die Zucchini überraschte mich, denn ich hatte erwartet, dass sie zu labberig wird, aber das war kein Problem.

Heute gab es Kartoffel und Karotte. Das Partybaby war aber nicht in Esslaune, das meiste landete direkt auf dem Boden, ohne vorher in den Mund zu kommen. Solche Mahlzeiten gehören vermutlich auch dazu,

Für mein Wohlbefinden wäre es ganz gut, wenn die Babyverdauung jetzt langsam beweisen würde, dass sie noch gut arbeitet. (Sorry für das Thema, aber hey – das Blog heißt schließlich Windelalarm.) Es war zuletzt normal, dass Stuhlgang nur alle 5 -10 Tage statt fand und der Kinderarzt sagte auch, das müsse sich erst ändern, wenn der Milchanteil an den Mahlzeiten deutlich zurück geht. Aber nach den Verstopfungsdramen beim Fröschlein bin ich da zugegebenermaßen etwas unentspannt. Bislang geht es dem Partybaby jedoch sichtlich gut, er drückt zwar hin und wieder mal sehr angestrengt um zu pupsen, scheint sich aber sonst wohl zu fühlen.

Mit dem Wochenende und den damit verbundenen gemeinsamen Mahlzeiten mit dem Fröschleun tat sich nun ein Problem auf, das wir noch lösen müssen: das Fröschlein kann nicht nachvollziehen, warum das Partybaby sogar ermutigt wird, mit dem Essen zu spielen, während wir von ihm vernünftige Tischmanieren erwarten. Das wird noch spannend.

BLW Tage #02 & #03 – Brokkoli, Karotte und Birne

An Tag 2 beinhaltete der Menüplan für das Partybaby Brokkoli und Kartoffeln. Ihm beim Brokkoliessen zuzuschauen war wirklich ein Erlebnis. Da er beim Essen auf meinem Schoß sitzt, kann ich sein Gesicht leider nicht sehen, aber der Gatte hat einige Fotos gemacht. Die Emotionspalette, die sich widerspiegelt, ist schier unglaublich. Erstaunen, Neugier, Verwirrung, Begeisterung – alles dabei. Das Partybaby war erneut sehr experimentierfreudig und probierte ausgiebig. Brokkoli ließ sich besonders gut festhalten und schien auch geschmacklich zuzusagen. Ich habe versucht, die einzelnen Röschen möglichst am Stielende abzuschneiden, damit ein Haltegriff entsteht, das klappte hervorragend und das Partybaby konnte gut zupacken. Er drehte die einzelnen Stücke erst neugierig in der Hand und biss dann herzhaft hinein. Auch dieses Mal spuckte er sehr viel direkt oder nach einigem hin und herschieben im Mund wieder aus. Aber er machte eindeutig auch Schluckbewegungen. Kartoffel war wie am Vortag nicht so gut zu handhaben, wurde aber auch probiert. Erstmals habe ich auch ein Glas Wasser dazu angeboten, was ihn regelrecht in Extase versetzte. Er war so stürmisch, dass er es mir fast aus der Hand riss. Am Ende waren wir beide ziemlich nass.

Fazit: Brokkoli macht dem Kind viel Spaß, gibt aber eine Riesensauerei, da die kleinen Knospen schnell zerfleddern. Noch am Abend haben wir überall am Kind kleine grüne Krümel gefunden.

Tag 3: Da ich von gestern noch Brokkoli übrig hatte, gab es erneut eine kleine Portion, dazu ein Stück Karotte und als Nachtisch etwas Birne.

Heute war das Partybaby eher in Umherwerf-Laune als auf Essen eingestellt. Die Brokkolistücke wurde nach kurzem Belutschen einfach fallen gelassen. Die Möhre hingegen wurde sehr ausgiebig gelutscht, bevor sie dem Brokkoli Gesellschft leisten durfte. Geschmacklich war wohl die Birne zum Abschuss der Knaller, leider war sie so glitschig, dass sie für das Partybaby unmöglich zu halten war. Letztlich nahm ich das Stück auf die flache Hand und er kam mit seinem Mund dicht heran und versuchte, es sich irgendwie reinzuschieben, aber es klappte nicht wirklich. Da müssen wir noch nach einer anderen Lösung suchen. Dafür leckte er dann genüsslich den an meiner Hand entlanglaufenden Birnensaft.

Fazit: Birne ist so wie ich mir das dachte, leider (noch) nicht machbar.

 

BLW Tag #01 – Kartoffel und Kohlrabi

Eigentlich hatte ich vor, 6 Monate voll zu stillen. Dann zeigte das Partybaby aber Mitte Dezember deutlich, dass es Interesse an Nahrung hat. Nun fand ich den Weihnachtstrubel und unseren anschließenden Urlaub nicht den perfekten Zeitpunkt, um in Ruhe eine neue Erfahrung zu machen, deshalb warteten wir letzlich doch noch fast die vollen 6 Monate ab und legten den gestrigen Tag (erster Tag zu Hause nach dem Urlaub) als Starttermin fest. Ich fieberte richtig darauf hin und fand meine Aufregung gleichzeitig bescheuert. Aber der Beikoststart ist ein großer Meilenstein – weg von der Abhängigkeit hin zur Selbständigkeit des Babys. Etwas überraschend mischte sich keinerlei Wehmut in meine hormongesteuerte Gefühlswelt, ich freue mich einfach riesig darauf, dass mein kleines Partybaby nun eine ganz neue Welt kennen lernt. Und dem Stillen bin ich sowieso nicht so herzlich verbunden, dass es mich traurig machen würde, dass sich nun am fernen Horizont ein Ende abzeichnet.

Mit unserem Mittagessen war der große Moment gekommen. Das Partybaby erhielt erstmals ebenfalls einen Teller, darauf lagen zwei Kohlrabisticks und ein Stück Kartoffel (beides dampfgegart). Ich hielt ihm den Teller vor den Bauch und es biss sofort herzhaft hinein – in den Teller! Der war erstmal das Interessanteste überhaupt. Selbständig etwas davon runter zu greifen klappte hingegen überhaupt nicht, alles viel zu glitschtig, da machte die Motorik noch nicht mit. Also bot ich mit gespitzten Fingern einen Kohlrabistick an. Und das Partybaby ist ganz offensichtlich nicht auf den Kopf gefallen: er schnappte sich meine Hand und führte sie so zu seinem Mund, dass er den Kohlrabi anlutschen kann. Hätte ich mir früher auch nicht träumen lassen, dass ich mal als Besteckersatz missbraucht werde! Wenig später nahm er mir dann auch angebotenes Essen aus der Hand und steckte es selbständig in den Mund. Schnell quetschte er erste Stücke ab, die er dann kurz darauf wieder ausspuckte. Die Kartoffel zermanschte er überwiegend schon in der Hand. Natürlich flog alles wild in der Gegend rum, aber er war begeistert und wurde richtig aufgeregt, als ich den Teller wegstellen wollte.

Fazit: Kohlrabi ist von Konsistenz her scheinbar sehr gut für den Start geeignet, Kartoffel eher glitschig und eine große Herausforderung. Ich habe keine Ahnung, ob überhaupt etwas geschluckt wurde, aber ich fand toll, wie viel Spaß das Partybaby hatte. Und entgegen meiner Befürchtungen hat er sich nicht verschluckt.

Beikostreif

Das Partybaby zeigte lange wenig Interesse an den Dingen, die wir uns in den Mund stecken. Und dann – von einem Tag auf den anderen – wollte es auf einmal haben, was ich in der Hand hatte. Abgelutscht hat es schon länger alles, was es in die Finger bekam. Wir haben noch ein wenig abgewartet, und gestern gab es dann mit knapp 6 Monaten die erste „Mahlzeit“.

Ernährung ist für mich ein sehr wichtiges Thema, deshalb habe ich mir entsprechend viele Gedanken gemacht. Schon in meiner ersten Schwangerschaft hörte ich von „Baby-led Weaning (BLW)“, fand es interessant, aber für uns vollkommen ungeeignet. Damals machte ich dann einen Babybreikurs bei einer Ernährungsberaterin und richtete mich danach. Wir sind damit gut gefahren. Das Fröschlein ist heute ein extrem guter Esser, mag fast alles und bislang sind keinerlei Nahrungsmittelallergien aufgetreten. Dennoch gab es ein paar Dinge, die mich störten.

Zum einen war da die Unberechenbarkeit des Hungers. Bereitete ich große Portionen vor (oder taute entsprechend auf), dann wollte er nach 3 Löffeln nichts mehr. Und da man Babynahrung nicht erneut aufwärmen soll, mussten der Gatte und ich ran. In der vierten Woche Zucchini kam uns die dann wirklich langsam zu den Ohren raus, aber der Plan sah halt nun einmal 4 Wochen lang das gleiche Gemüse vor. Und natürlich hatte ich ein wütendes, unzufriedenes Fröschlein vor mir, wenn ich eine kleine Portion machte, denn genau dann war der Hunger immer riesig. Letzlich stand ich oft den halben Sonntag in der Woche in der Küche, um Brei für die gesamte Woche vorzukochen, der dann nur zur Hälfte gegessen wurde.

Zum anderen machte mir zu schaffen, dass sich die Entwicklung der Verdauung beim Fröschlein partout nicht an irgendwelche Pläne halten wollte. Das Ersetzen der ersten Mahlzeit klappte halbwegs. Ab der zweiten Mahlzeit ging nichts mehr – Verstopfung bis hin zur Notfallambulanz, Essverweigerung, und und und. Letzlich stillte ich mit 8 Monaten fast wieder voll. Und erst mit 10 Monaten nahm er wirklich Mengen zu sich, die einer kompletten Mahlzeit entsprachen. Trotzdem war Milch weiterhin die Hauptnahrungsquelle – bis weit ins zweite Lebensjahr hinein. Es fiel mir damals sehr schwer, mich nicht zu sorgen, abzuwarten und vor allem nicht ständig zu überprüfen, wie viel Gramm er nun geschafft hat. Dabei war er pumperlgesund (bis auf die Verstopfungsprobleme), gut gelaunt und sogar ziemlich kräftig gebaut. Und irgendwann mit 16 oder 17 Monaten platzte der Knoten urplötzlich. Er begann Berge an Essen zu verdrücken und tut das bis heute. Immer mal wieder erzählt mir jemand, dass es eine Freude wäre, ihm beim Essen zuzuschauen, weil er mit so viel Freude und Genuss isst, egal um was es sich handelt.

Obwohl letztlich also das „Ergebnis“ beim Fröschlein passte, war mir schnell klar, dass ich dieses Mal anders an die Sache heran gehen möchte. Und immer wieder spukte mir „BLW“ durch den Sinn. Ich informierte mich, las das Buch von Gill Rapley und diskutierte natürlich ausgiebig mit dem Gatten. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass wir das ausprobieren möchten. Sollte es nicht klappen, könnten wir ja immernoch jederzeit auf Brei zurückgreifen.

Was Baby-led Weaning genau bedeutet, möchte ich gar nicht nochmal erläutern, das haben andere längst schon viel besser hinbekommen, zum Beispiel Susanne Mierau oder Mama Miez. Kern des Konzepts ist, auf Brei zu verzichten und von Anfang an Fingerfood anzubieten. Dabei wird das Baby nicht gefüttert, sondern entscheidet selbst, was und wie viel es isst. Überzeugt hat uns vor allem, dass die Babynahrung im Normalfall nicht extra zubereitet wird, sondern im Großen und Ganzen das gegessen wird, was der Rest der Familie isst (ohne Salz und Zucker).

Ich finde es sehr entspannend, die Ernährung so anzugehen. Ich habe keinerlei Erwartungen oder Plan, ich möchte meinem Kind die Möglichkeit geben, Nahrung selbst zu entdecken und zu testen. Ob es funktioniert, werden wir sehen. Natürlich werde ich deshalb vielleicht ein wenig länger mehr stillen, als mir manchmal lieb wäre. Aber das musste ich trotz Breiplan beim Fröschlein auch. Und um die Nährstoffversorgung mache ich mir keine Sorgen – ich bin überzeugt, das Kind holt sich, was es braucht und verträgt, so lange das Angebot ausgewogen ist. Einzig vor möglichem Verschlucken habe ich etwas Paranoia, deshalb habe ich sicherheitshalber mein Wissen über Erste Hilfe bei Verschlucken aufgefrischt, dieses Video fand ich dabei sehr nützlich.

Und weil dieses Blog sonst ganz verkümmert, habe ich mir vorgenommen, unsere Erfahrungen mit BLW festzuhalten.

11 Fragen von Frau Gminggmangg

Die werte Frau Gminggmangg hat ein Stöckchen in der Gegend rumliegen lassen, und ich bin darüber gestolpert. Und auch wenn ich bislang eher selten eines aufgegriffen habe, musste ich über die Fragen so viel nachdenken, dass ich das ganze auch gleich aufschreiben kann. Hier passiert sonst leider ja nicht viel.

1. In welcher/n Person/en (Grammatik) führen Sie Selbstgespräche?

Da muss man unterscheiden. Laute Selbstgespräche führe ich in der 2. Person Singular. Diese Form der Kommunikation ist ausschließlich dafür vorgesehen, mit mir selbst zu schimpfen. Um aber einen Rest Höflichkeit zu erhalten, spreche ich mich dabei mit Frau M. an. Zum Beispiel „Frau M., das hast Du ja super hinbekommen. Alles kaputt.“ M. ist übrigens mein Mädchenname. Ich hatte diese Angewohnheit schon immer und konnte mich nach der Namensänderung durch Heirat nicht umgewöhnen.

Und dann gibt es noch die Selbstgespräche in meinem Kopf. Wobei das nicht wirklich Selbstgespräche sind, denn ich diskutiere in Gedanken prinzipiell mit anderen. Gesprächspartner ist dabei, wer mir gerade in den Sinn kommt. Das Problem an der Sache ist, dass ich mir die Dialoge so lebhaft vorstelle, dass ich manchmal nicht mehr weiß, ob ein Gespräch wirklich statt fand. Das führt mitunter zu Konfusion, wenn ich jemandem gegenüber behaupte, wir hätten das doch schon längst besprochen, der andere aber stur darauf beharrt, noch nie mit mir dieses Thema behandelt zu haben. Und leider führe ich in meinem Kopf sehr, sehr viele Gespräche.

Übrigens diskutiere ich nicht nur sehr gerne in Gedanken, ich blogge dort auch mit Begeisterung. Wenn ich gerade keine Tastatur zur Hand habe, formuliere ich vor, baue Argumentationsketten und manchmal sogar witzige Pointen. Im Kopf habe ich in den letzten 12 Monaten mindestens 50 Blogeinträge geschrieben. Wie man sehen kann, ist es dabei dann auch geblieben.

2. In welchen Staat würden Sie nicht reisen wollen?

In  Staaten, in denen Frauen nicht selbst über sich bestimmen dürfen.

3. Wieso?

Für mich ist die Vorstellung, dass ich nicht selbst entscheiden dürfte, was ich mache, wohin ich gehe oder gar wen ich heirate, ganz furchtbar. Und auch, wenn ich mir bei meinem Gatten keine Sorgen mache, dass er plötzlich über mich bestimmt, nur weil wir uns in einem entsprechenden Land aufhalten, schreckt mich alleine die Möglichkeit ab. Und der Gedanke an all die Frauen, die mit dieser Situation klar kommen müssen.

4. Halten Sie sich beim Zusammenbauen von Möbelstücken an die Anleitung?

Immer. Ohne Ausnahme. Und nicht nur bei Möbelstücken.

5. Wieso?

Ich bin ein Anleitungsfanatiker. Anleitungen müssen befolgt werden, auch wenn sie ganz offensichtlich Mist sind. Aber immerhin hat sich irgendjemand die Mühe gemacht, eine Anleitung zu verfassen, da wäre es doch sehr unhöflich, sie einfach zu ignorieren.

6. Können Sie mir einen Wein empfehlen?

Nein, tut mir leid.

7. Welchen?

Siehe 6.

8. Ordnen Sie Ihre Bücher?

JA! (Kann man etwa Bücher nicht ordnen?)

9. Nach welchen Kriterien?

Aktuell nach Genre und innerhalb des Genres nach Anfangsbuchstaben des Autorennachnamens. Bevor ich Kinder hatte, packte mich circa einmal im Jahr die Ordnungswut und ich sortierte alles neu: Autoren A-Z, nach Größe, nach Farbe, alles schon gehabt. Wobei in der Praxis alphabetische Ordnungen in puncto Wiederauffindbarkeit deutliche Vorteile zeigen. Was mich dabei wahnsinnig macht: manche Bücher sind auf dem Rücken von links nach rechts beschriftet, manche andersherum. Teilweise variiert das sogar beim gleichen Verlag, bishin zu innerhalb einer Buchreihe. Liebe Verlage: Das geht so nicht! Ich bin werder Ordnungsfanatiker noch habe ich einen ausgepägten Sinn für Ästhetik (wer schon  einmal bei mir war, weiß, was ich meine), aber das ist wirklich ein Unding!

Im Moment bin ich an dem Punkt, dass ich denke, bei nächster Gelegenheit sollte ich außer den absoluten Lieblingsbüchern alle aussortieren und in Zukunft nur noch den eReader nutzen. Hätte ich mir früher nicht vorstellen können.

10. Möchten Sie mir ein Paar Wollsocken stricken?

Ja, sehr gerne. Aber das „Möchten“ alleine hilft Ihnen nicht weiter, denn ich beherrsche das Sockenstricken leider nicht.

11. Wieso (nicht)?

Weil ich Ihnen gerne eine Freude machen würde, und ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass gestrickte Socken eine Freude für Sie sind. Aber, wie gesagt, leider bin ich handwerklich dazu nicht in der Lage.

***

Ich vermute, ich muss mir jetzt auch noch 11 Frage ausdenken. Da ich im Gegensatz zu Frau Gminggmangg im Internet eine gnadenlose Duzerin bin, sei mir bitte verziehen, dass ich diese Form der Ansprache wähle.

1. Sind Deine Socken in der Schublade sortiert (z.B. nach Farbe, Material) oder wild durcheinander?

2. Magst Du Mathematik?

3. Warum (nicht)?

4. Auf welche(s) bislang ungelöste Frage/Problem würdet Dich die Antwort brennend interessieren?

5. Wenn Du eine Verkehrsregel abschaffen dürftest, welche wäre das?

6. Warum?

7. Und welche Verkehrsregel würdest Du neu einführen?

8. Liest Du Bücher mehr als einmal?

9. Gibt es ein Buch, das es auf jeden Fall wert wäre, mehrfach gelesen zu werden?

10. Welche Farbe hat das Kleidungsstück, das Du zuletzt gekauft hast?

11. Welche Deiner Macken magst Du an Dir selbst am liebsten?

***

Auch ich lasse das einfach mal so stehen und hoffe, dass jemand darüber stolpert.

U5

8:10: Wir erreichen den Parkplatz unseres Kinderarztes.
8:41 Uhr: Ich starte den Motor und wir fahren wieder nach Hause

In den 31Minuten dazwischen habe ich: an der Anmeldung angestanden, das Baby aus gefühlt 8 Kleidungsschichten geschält, gewartet, zugesehen, wie das Baby von der MFA gewogen und vermessen wird, das etwas unkooperative Baby getröstet, zum Wartezeit überbrücken einige Abzählreime zelebriert, *, das Baby wie in den Zwiebellook verpackt, für ein Rezept angestanden.

An der Stelle * erfolgte die U5 durch den Kinderarzt. Wie man vermutlich leicht ausrechnen kann: investierte Zeit maximal 5 Minuten. Es gibt viele Dinge, die ich an unserem Kinderarzt schätze, zum Beispiel die medizinische Kompetenz (so weit ich das als Laie beurteilen kann), die Praxisorganisation, die Sprechzeiten. Aber für Pillepalle-Kram wie U-Untersuchungen oder harmlose Erkrankungen scheint er nicht so viel übrig zu haben.