Grün, grün, grün sind alle meine Kleider

Immer wieder bin ich erstaunt, wie unterschiedlich die Ratschläge zur Kleidungserstaustattung sind. Sowohl was die Anzahl, als auch die einzelnen Teile betrifft.

Generell gilt für mich: Babykleidung muss in erster Linie praktisch sein. Es gibt unheimlich süße, schnuckelige Stücke, die sich auf Fotos wunderbar machen. Die in der Praxis aber total untauglich sind und einen schier in den Wahnsinn treiben, wenn man das Baby mehrmals täglich an- und ausziehen muss. Außerdem weigere ich mich, viel Geld für Babykleidung auszugeben. Gerade in den ersten Monaten wachsen die Kinder sehr schnell, manche Kleidergröße wird nur zwei oder drei Wochen getragen. Das Partybaby ist mit noch nicht einmal zwei Monaten bereits aus vielen Stücken in Größe 62 rausgewachsen. Beim Fröschlein war das ähnlich.

Was hat sich also bei uns bewährt?

Größe: Da alles darauf hingedeutet hat, dass unsere Babys nicht klein sein werden, habe ich von Anfang an keine Größe 50 gekauft, auch wenn mich die Fachverkäuferin unbedingt vom Gegenteil überzeugen wollte. Sogar in Größe 56 hatten wir nur wenige Teile, wirklich große Gaderobe habe ich erst ab Größe 62 gekauft. Wenn ein Strampler am Anfang an den Beinen einen Zentimeter zu lang ist fällt das kaum auf, auch Oberteile kann man am Ärmel problemlos einmal umschlagen. Lediglich bei Bodys finde ich es wichtig, dass sie halbwegs anliegen und das Kind nicht darin „schwimmt“.

Material: Ich bin Allergiker und habe empfindliche Haut, deshalb ist mir wichtig, dass die Babykleidung aus reiner Baumwolle ist. Lässt sich meist auch besser waschen und pflegen und fühlt sich angenehm an. Nur bei Socken muss man vermutlich zwangsläufig Kompromisse eingehen.

Kleidungsstücke: Bodys, Strampler und Langarmoberteile gehören vermutlich zur normalen Grundausstattung. Natürlich kann man statt Strampler auch Zweiteiler bestehend aus Hose und Oberteil nehmen. Besonders wichtig sind mir folgende Punkte:

  • Wickelbodys: „Normale“ Bodys werden wie ein Oberteil über den Kopf gezogen und im Schritt zugeknöpft. Es gibt aber auch Wickelbodys, die wie eine Jacke angezogen werden und dann zusätzlich zu den Knöpfen im Schritt seitlich geknöpft oder gebunden werden. Für mich sind sie unverzichtbar. Zum einen mögen viele Babys es nicht besonders, wenn man ihnen etwas über den Kopf zieht. Gerade in der ersten Zeit, wenn das Baby auch den Kopf noch nicht selbst hält, ist es manchmal gar nicht so einfach, etwas darüber zu streifen. Zum anderen kamen und kommen bei uns immer wieder Windelunfälle vor. Sprich, die Windel ist der Füllung nicht gewachsen und läuft über. Und wenn dann die Bescherung fast bis unter die Schulterblätter reicht, ist das Umziehen des Babys nicht spaßig. Da hilft es ungemein, wenn man das Kind einfach aus seiner Kleidung herausschälen kann und nicht das ganze Geschmodder auch noch über den Kopf ziehen muss.
  • Strampler mit Wickelklappe oder -knöpfung: Bevor ich Kinder bekam, hatte ich keine Vorstellung davon, wie viel Zeit man mit einem Neugeborenen am Wickeltisch verbringt. Nach allem, was ich gehört habe, ist achtmal Wickeln am Tag durchaus die Regel. Es geht aber auch anders: das Partybaby hat eine ordentliche Verdauung und braucht seit seiner Geburt 12-15 frische Windeln am Tag. Immerhin, so langsam nähern wir uns der einstelligen Windelzahl an. Und wenn man so oft an die Windel heran muss ist es sehr nervig, wenn man das Kind jedes Mal ganz ausziehen muss. Daher finde ich Knopfleisten im Schritt, die ein schnelles nach oben klappen des Hosenteils ermöglichen, sehr praktisch.
  • Strampelhosen mit Fuß oder glatte Baumwollsocken: Meine beiden Baby sind bzw. waren Weltmeister im Socken wegstrampeln. Ihnen welche anzuziehen gleicht einer reinen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme: nach 5 Minuten sind die Füße wieder nackig. Kalte Füße sind aber schlecht, lernt man im Geburtsvorbereitungskurs, da können Babys nicht gut schlafen. Und schlafende Babys sind wichtig, damit Mama auch mal durchschnaufen kann. Deshalb musste eine Alternative gefunden werden. Zum einen gibt es Strampelhosen mit Fuß, die ich beim Fröschlein noch nicht hatte und jetzt beim Partybaby sehr schätzen gelernt habe. Zum anderen habe ich festgestellt, dass glatte Baumwollsocken gut sitzen und das Baby sie nicht los wird, während die aufgerauten mit mehr Synthetikanteil (keine Ahnung, haben die einen speziellen Namen) sehr rutschig sind. Diese sind aber meist deutlich wärmer, können aber bei Bedarf noch als zweite Schicht übergezogen werden. Mit einer Kleidungsschicht darunter rutschen sie auch nicht mehr von den Füßchen.
  • Jacke ohne Kapuze: Ein Baby verbringt viel Zeit seines Lebens auf dem Rücken liegend. Das gilt besonders, wenn es das Haus verlässt, da ist es nämlich meist im Kinderwagen oder in der Babyschale fürs Auto. Und da ist es doch eher unbequem auf Bergen von Stoff zu liegen, weshalb ich Kapuzen an Babyjacken komplett überflüssig finde. Leider teilt die Bekleidungsindustrie diese Einschätzung nicht, sonst wäre es vermutlich nicht so schwer, kapuzenlose Jacken zu finden.

Menge: Wie viele Kleidungsgarnituren man braucht lässt sich meiner Meinung nach nicht pauschal sagen. Ich denke mal 5-6 sind Minimum. Zum einen möchte man nicht täglich waschen, zum anderen braucht manja auch mal Ersatzkleidung in Reserve. Beim Fröschlein sind wir mit dieser Menge prima hingekommen, ihn mussten wir auch selten tagsüber neu einkleiden. Das Partybaby braucht deutlich mehr. Er spuckt häufig und es gibt Tage, an denen verbraucht er vier bis fünf Kleindungsgarnituren. Dennoch würde ich empfehlen, am Anfang nicht zu viel zu kaufen, zum einen erhält man anlässlich der Geburt viele Geschenke, zum anderen sind dank Onlineshops und gut sortieren Drogeriemärkten fehlende Stücke auch schnell besorgt.

Und sonst so? Mütze, warme Überzieher für die Füße (für draußen) und mindestens zwei Schlafsäcke sind auf keinen Fall eine Fehlinvestition.

Was haben wir gar nicht gebraucht? Schlafanzüge wurden bei uns in den ersten Wochen selten getragen, die Babys schliefen entweder nackig im Schlafsack (der dann natürlich Ärmel hat) oder mit einem Body bekleidet. Und dann kommt es natürlich auch sehr auf Jahreszeit und Temperaturen an. Das Partybaby wurde in eine Hitzewelle hinein geboren und trug in den ersten drei Wochen kaum etwas anderes als lediglich einen Body und Söckchen. Jacken und Pullover in 56 wurden komplett ungetragen wieder aussortiert. Für T-Shirts in ganz kleinen Größen hatten wir ebenfalls keine Verwendung.

Und wie warm muss man das Baby anziehen? Im Geburtsvorbereitungskurs wurde mir die Regel „eine Schicht mehr als die Mutter (zum Wohlfühlen braucht)“ beigebracht, und damit sind wir bislang immer gut gefahren. Im Nacken merkt man am Besten, ob dem Baby zu kalt oder zu warm ist, da kann man bei Bedarf immer mal fühlen.

Und jetzt bin ich gespannt, was ich noch alles vergessen habe. Was haltet Ihr für wichtig bei der Kleidungserstaustattung?

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4 Kommentare zu “Grün, grün, grün sind alle meine Kleider

  1. Tatsächlich haben wir lange (fast den ganzen ersten Monat!) nur Größe 50 getragen, in 56 ist er sehr geschwommen, trotz Geburtsgröße von 53cm.
    Pyjama fand ich ganz toll, so ab Größe 62 haben wir die verwendet…
    Was ich bei Baby2 nicht mehr kaufen werde, sind diese Nicki-Strampler. Die fusseln sooo abartig, ich konnte die kaum verwenden. Begeistert war ich von den (zugegebenermaßen etwas teureren) Wolle-Seide-Bodys. Grad bei Winterbabys halten die schön warm, ohne zu dick einzumümmeln, und auch eine hauchdünne Wolleseidemütze für unter der normalen Mütze draußen fand ich beim Milchschorfbaby gut (hat nämlich dann nicht so gejuckt).
    Ansonsten stimme ich deinen Erfahrungen zu 🙂

    • Dann spielt vielleicht nicht nur die Größe eine Rolle, sondern auch das Gewicht? Meine beiden waren ziemliche Brocken mit langen Oberkörpern, die füllten die 56 wirklich von Anfang an komplett aus, die hätte ich unter keinen Umständen in eine 50 gebracht.
      Danke auf jeden Fall für die Schilderung deiner Erfahrung, da sieht man wieder gleich, dass es bei Babys keine allgemein gültigen Regeln gibt!

  2. Also, als Mädchenmama muss ich noch beisteuern, dass ich Kleidchen im ersten Lebensjahr ziemlich überflüssig finde. Ich hab selbst eins gekauft, und einen Haufen geschenkt bekommen. Ist ja auch total niedlich. Aber man ist nur am Zuppeln, alles rutscht hoch beim Tragen und dann liegen die auf dem ganzen Gekrempel rum. Wir haben gerade in der Anfangszeit (Frühlingsbaby) Stampelhosen und Bodys getragen, draußen noch mal ne Jacke drüber. Die weißen DM Söckchen sind übrigens ein guter Weg zwischen warm und nicht rutschig.

    • Mit Kleidchen habe ich natürlich gar keine Erfahrung, das ist ein guter Hinweis. Da bin ich beim nächsten Kleidungskauf gleich viel weniger traurig, dass ich keine süßen Mädchensachen kaufen darf. 😉

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