Archiv | Dezember 2013

11 Fragen von Frau Gminggmangg

Die werte Frau Gminggmangg hat ein Stöckchen in der Gegend rumliegen lassen, und ich bin darüber gestolpert. Und auch wenn ich bislang eher selten eines aufgegriffen habe, musste ich über die Fragen so viel nachdenken, dass ich das ganze auch gleich aufschreiben kann. Hier passiert sonst leider ja nicht viel.

1. In welcher/n Person/en (Grammatik) führen Sie Selbstgespräche?

Da muss man unterscheiden. Laute Selbstgespräche führe ich in der 2. Person Singular. Diese Form der Kommunikation ist ausschließlich dafür vorgesehen, mit mir selbst zu schimpfen. Um aber einen Rest Höflichkeit zu erhalten, spreche ich mich dabei mit Frau M. an. Zum Beispiel „Frau M., das hast Du ja super hinbekommen. Alles kaputt.“ M. ist übrigens mein Mädchenname. Ich hatte diese Angewohnheit schon immer und konnte mich nach der Namensänderung durch Heirat nicht umgewöhnen.

Und dann gibt es noch die Selbstgespräche in meinem Kopf. Wobei das nicht wirklich Selbstgespräche sind, denn ich diskutiere in Gedanken prinzipiell mit anderen. Gesprächspartner ist dabei, wer mir gerade in den Sinn kommt. Das Problem an der Sache ist, dass ich mir die Dialoge so lebhaft vorstelle, dass ich manchmal nicht mehr weiß, ob ein Gespräch wirklich statt fand. Das führt mitunter zu Konfusion, wenn ich jemandem gegenüber behaupte, wir hätten das doch schon längst besprochen, der andere aber stur darauf beharrt, noch nie mit mir dieses Thema behandelt zu haben. Und leider führe ich in meinem Kopf sehr, sehr viele Gespräche.

Übrigens diskutiere ich nicht nur sehr gerne in Gedanken, ich blogge dort auch mit Begeisterung. Wenn ich gerade keine Tastatur zur Hand habe, formuliere ich vor, baue Argumentationsketten und manchmal sogar witzige Pointen. Im Kopf habe ich in den letzten 12 Monaten mindestens 50 Blogeinträge geschrieben. Wie man sehen kann, ist es dabei dann auch geblieben.

2. In welchen Staat würden Sie nicht reisen wollen?

In  Staaten, in denen Frauen nicht selbst über sich bestimmen dürfen.

3. Wieso?

Für mich ist die Vorstellung, dass ich nicht selbst entscheiden dürfte, was ich mache, wohin ich gehe oder gar wen ich heirate, ganz furchtbar. Und auch, wenn ich mir bei meinem Gatten keine Sorgen mache, dass er plötzlich über mich bestimmt, nur weil wir uns in einem entsprechenden Land aufhalten, schreckt mich alleine die Möglichkeit ab. Und der Gedanke an all die Frauen, die mit dieser Situation klar kommen müssen.

4. Halten Sie sich beim Zusammenbauen von Möbelstücken an die Anleitung?

Immer. Ohne Ausnahme. Und nicht nur bei Möbelstücken.

5. Wieso?

Ich bin ein Anleitungsfanatiker. Anleitungen müssen befolgt werden, auch wenn sie ganz offensichtlich Mist sind. Aber immerhin hat sich irgendjemand die Mühe gemacht, eine Anleitung zu verfassen, da wäre es doch sehr unhöflich, sie einfach zu ignorieren.

6. Können Sie mir einen Wein empfehlen?

Nein, tut mir leid.

7. Welchen?

Siehe 6.

8. Ordnen Sie Ihre Bücher?

JA! (Kann man etwa Bücher nicht ordnen?)

9. Nach welchen Kriterien?

Aktuell nach Genre und innerhalb des Genres nach Anfangsbuchstaben des Autorennachnamens. Bevor ich Kinder hatte, packte mich circa einmal im Jahr die Ordnungswut und ich sortierte alles neu: Autoren A-Z, nach Größe, nach Farbe, alles schon gehabt. Wobei in der Praxis alphabetische Ordnungen in puncto Wiederauffindbarkeit deutliche Vorteile zeigen. Was mich dabei wahnsinnig macht: manche Bücher sind auf dem Rücken von links nach rechts beschriftet, manche andersherum. Teilweise variiert das sogar beim gleichen Verlag, bishin zu innerhalb einer Buchreihe. Liebe Verlage: Das geht so nicht! Ich bin werder Ordnungsfanatiker noch habe ich einen ausgepägten Sinn für Ästhetik (wer schon  einmal bei mir war, weiß, was ich meine), aber das ist wirklich ein Unding!

Im Moment bin ich an dem Punkt, dass ich denke, bei nächster Gelegenheit sollte ich außer den absoluten Lieblingsbüchern alle aussortieren und in Zukunft nur noch den eReader nutzen. Hätte ich mir früher nicht vorstellen können.

10. Möchten Sie mir ein Paar Wollsocken stricken?

Ja, sehr gerne. Aber das „Möchten“ alleine hilft Ihnen nicht weiter, denn ich beherrsche das Sockenstricken leider nicht.

11. Wieso (nicht)?

Weil ich Ihnen gerne eine Freude machen würde, und ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass gestrickte Socken eine Freude für Sie sind. Aber, wie gesagt, leider bin ich handwerklich dazu nicht in der Lage.

***

Ich vermute, ich muss mir jetzt auch noch 11 Frage ausdenken. Da ich im Gegensatz zu Frau Gminggmangg im Internet eine gnadenlose Duzerin bin, sei mir bitte verziehen, dass ich diese Form der Ansprache wähle.

1. Sind Deine Socken in der Schublade sortiert (z.B. nach Farbe, Material) oder wild durcheinander?

2. Magst Du Mathematik?

3. Warum (nicht)?

4. Auf welche(s) bislang ungelöste Frage/Problem würdet Dich die Antwort brennend interessieren?

5. Wenn Du eine Verkehrsregel abschaffen dürftest, welche wäre das?

6. Warum?

7. Und welche Verkehrsregel würdest Du neu einführen?

8. Liest Du Bücher mehr als einmal?

9. Gibt es ein Buch, das es auf jeden Fall wert wäre, mehrfach gelesen zu werden?

10. Welche Farbe hat das Kleidungsstück, das Du zuletzt gekauft hast?

11. Welche Deiner Macken magst Du an Dir selbst am liebsten?

***

Auch ich lasse das einfach mal so stehen und hoffe, dass jemand darüber stolpert.

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U5

8:10: Wir erreichen den Parkplatz unseres Kinderarztes.
8:41 Uhr: Ich starte den Motor und wir fahren wieder nach Hause

In den 31Minuten dazwischen habe ich: an der Anmeldung angestanden, das Baby aus gefühlt 8 Kleidungsschichten geschält, gewartet, zugesehen, wie das Baby von der MFA gewogen und vermessen wird, das etwas unkooperative Baby getröstet, zum Wartezeit überbrücken einige Abzählreime zelebriert, *, das Baby wie in den Zwiebellook verpackt, für ein Rezept angestanden.

An der Stelle * erfolgte die U5 durch den Kinderarzt. Wie man vermutlich leicht ausrechnen kann: investierte Zeit maximal 5 Minuten. Es gibt viele Dinge, die ich an unserem Kinderarzt schätze, zum Beispiel die medizinische Kompetenz (so weit ich das als Laie beurteilen kann), die Praxisorganisation, die Sprechzeiten. Aber für Pillepalle-Kram wie U-Untersuchungen oder harmlose Erkrankungen scheint er nicht so viel übrig zu haben.