Archiv | Januar 2014

BLW Tage #04 & #05 – Banane, Zucchini & Nudeln

Gestern früh saßen wir zusammen beim Früstück und ich schnippelte Banane für unsere Müslis. Das Partybaby war beim Gatten auf dem Arm und wurde so wild, hektisch und aufgeregt, als es uns beim Essen sah, dass wir ihm ganz ungeplant ein Stück Banane in die Hand drückten. Auch hier war die Handhabung aufgrund der Konsistenz nicht ganz einfach, aber der Geschmack scheint überzeugend gewesen zu sein. Wenig später trat das Partybaby dann auch den Beweis an, dass es wirklich etwas schluckt: es musste brechen. Da das an schlechten Tagen regelmäßig bis zu 10x vorkommt, ist das aber kein Grund zur Beunruhigung.

Mittags dann gab es Nudeln mit Zucchini. Beides weckte zumindest Interesse. Die Nudeln hatte ich aber wohl etwas zu bissfest gegart, das nächste Mal werde ich ihnen eine Minute mehr spendieren. Die Zucchini überraschte mich, denn ich hatte erwartet, dass sie zu labberig wird, aber das war kein Problem.

Heute gab es Kartoffel und Karotte. Das Partybaby war aber nicht in Esslaune, das meiste landete direkt auf dem Boden, ohne vorher in den Mund zu kommen. Solche Mahlzeiten gehören vermutlich auch dazu,

Für mein Wohlbefinden wäre es ganz gut, wenn die Babyverdauung jetzt langsam beweisen würde, dass sie noch gut arbeitet. (Sorry für das Thema, aber hey – das Blog heißt schließlich Windelalarm.) Es war zuletzt normal, dass Stuhlgang nur alle 5 -10 Tage statt fand und der Kinderarzt sagte auch, das müsse sich erst ändern, wenn der Milchanteil an den Mahlzeiten deutlich zurück geht. Aber nach den Verstopfungsdramen beim Fröschlein bin ich da zugegebenermaßen etwas unentspannt. Bislang geht es dem Partybaby jedoch sichtlich gut, er drückt zwar hin und wieder mal sehr angestrengt um zu pupsen, scheint sich aber sonst wohl zu fühlen.

Mit dem Wochenende und den damit verbundenen gemeinsamen Mahlzeiten mit dem Fröschleun tat sich nun ein Problem auf, das wir noch lösen müssen: das Fröschlein kann nicht nachvollziehen, warum das Partybaby sogar ermutigt wird, mit dem Essen zu spielen, während wir von ihm vernünftige Tischmanieren erwarten. Das wird noch spannend.

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BLW Tage #02 & #03 – Brokkoli, Karotte und Birne

An Tag 2 beinhaltete der Menüplan für das Partybaby Brokkoli und Kartoffeln. Ihm beim Brokkoliessen zuzuschauen war wirklich ein Erlebnis. Da er beim Essen auf meinem Schoß sitzt, kann ich sein Gesicht leider nicht sehen, aber der Gatte hat einige Fotos gemacht. Die Emotionspalette, die sich widerspiegelt, ist schier unglaublich. Erstaunen, Neugier, Verwirrung, Begeisterung – alles dabei. Das Partybaby war erneut sehr experimentierfreudig und probierte ausgiebig. Brokkoli ließ sich besonders gut festhalten und schien auch geschmacklich zuzusagen. Ich habe versucht, die einzelnen Röschen möglichst am Stielende abzuschneiden, damit ein Haltegriff entsteht, das klappte hervorragend und das Partybaby konnte gut zupacken. Er drehte die einzelnen Stücke erst neugierig in der Hand und biss dann herzhaft hinein. Auch dieses Mal spuckte er sehr viel direkt oder nach einigem hin und herschieben im Mund wieder aus. Aber er machte eindeutig auch Schluckbewegungen. Kartoffel war wie am Vortag nicht so gut zu handhaben, wurde aber auch probiert. Erstmals habe ich auch ein Glas Wasser dazu angeboten, was ihn regelrecht in Extase versetzte. Er war so stürmisch, dass er es mir fast aus der Hand riss. Am Ende waren wir beide ziemlich nass.

Fazit: Brokkoli macht dem Kind viel Spaß, gibt aber eine Riesensauerei, da die kleinen Knospen schnell zerfleddern. Noch am Abend haben wir überall am Kind kleine grüne Krümel gefunden.

Tag 3: Da ich von gestern noch Brokkoli übrig hatte, gab es erneut eine kleine Portion, dazu ein Stück Karotte und als Nachtisch etwas Birne.

Heute war das Partybaby eher in Umherwerf-Laune als auf Essen eingestellt. Die Brokkolistücke wurde nach kurzem Belutschen einfach fallen gelassen. Die Möhre hingegen wurde sehr ausgiebig gelutscht, bevor sie dem Brokkoli Gesellschft leisten durfte. Geschmacklich war wohl die Birne zum Abschuss der Knaller, leider war sie so glitschig, dass sie für das Partybaby unmöglich zu halten war. Letztlich nahm ich das Stück auf die flache Hand und er kam mit seinem Mund dicht heran und versuchte, es sich irgendwie reinzuschieben, aber es klappte nicht wirklich. Da müssen wir noch nach einer anderen Lösung suchen. Dafür leckte er dann genüsslich den an meiner Hand entlanglaufenden Birnensaft.

Fazit: Birne ist so wie ich mir das dachte, leider (noch) nicht machbar.

 

BLW Tag #01 – Kartoffel und Kohlrabi

Eigentlich hatte ich vor, 6 Monate voll zu stillen. Dann zeigte das Partybaby aber Mitte Dezember deutlich, dass es Interesse an Nahrung hat. Nun fand ich den Weihnachtstrubel und unseren anschließenden Urlaub nicht den perfekten Zeitpunkt, um in Ruhe eine neue Erfahrung zu machen, deshalb warteten wir letzlich doch noch fast die vollen 6 Monate ab und legten den gestrigen Tag (erster Tag zu Hause nach dem Urlaub) als Starttermin fest. Ich fieberte richtig darauf hin und fand meine Aufregung gleichzeitig bescheuert. Aber der Beikoststart ist ein großer Meilenstein – weg von der Abhängigkeit hin zur Selbständigkeit des Babys. Etwas überraschend mischte sich keinerlei Wehmut in meine hormongesteuerte Gefühlswelt, ich freue mich einfach riesig darauf, dass mein kleines Partybaby nun eine ganz neue Welt kennen lernt. Und dem Stillen bin ich sowieso nicht so herzlich verbunden, dass es mich traurig machen würde, dass sich nun am fernen Horizont ein Ende abzeichnet.

Mit unserem Mittagessen war der große Moment gekommen. Das Partybaby erhielt erstmals ebenfalls einen Teller, darauf lagen zwei Kohlrabisticks und ein Stück Kartoffel (beides dampfgegart). Ich hielt ihm den Teller vor den Bauch und es biss sofort herzhaft hinein – in den Teller! Der war erstmal das Interessanteste überhaupt. Selbständig etwas davon runter zu greifen klappte hingegen überhaupt nicht, alles viel zu glitschtig, da machte die Motorik noch nicht mit. Also bot ich mit gespitzten Fingern einen Kohlrabistick an. Und das Partybaby ist ganz offensichtlich nicht auf den Kopf gefallen: er schnappte sich meine Hand und führte sie so zu seinem Mund, dass er den Kohlrabi anlutschen kann. Hätte ich mir früher auch nicht träumen lassen, dass ich mal als Besteckersatz missbraucht werde! Wenig später nahm er mir dann auch angebotenes Essen aus der Hand und steckte es selbständig in den Mund. Schnell quetschte er erste Stücke ab, die er dann kurz darauf wieder ausspuckte. Die Kartoffel zermanschte er überwiegend schon in der Hand. Natürlich flog alles wild in der Gegend rum, aber er war begeistert und wurde richtig aufgeregt, als ich den Teller wegstellen wollte.

Fazit: Kohlrabi ist von Konsistenz her scheinbar sehr gut für den Start geeignet, Kartoffel eher glitschig und eine große Herausforderung. Ich habe keine Ahnung, ob überhaupt etwas geschluckt wurde, aber ich fand toll, wie viel Spaß das Partybaby hatte. Und entgegen meiner Befürchtungen hat er sich nicht verschluckt.

Beikostreif

Das Partybaby zeigte lange wenig Interesse an den Dingen, die wir uns in den Mund stecken. Und dann – von einem Tag auf den anderen – wollte es auf einmal haben, was ich in der Hand hatte. Abgelutscht hat es schon länger alles, was es in die Finger bekam. Wir haben noch ein wenig abgewartet, und gestern gab es dann mit knapp 6 Monaten die erste „Mahlzeit“.

Ernährung ist für mich ein sehr wichtiges Thema, deshalb habe ich mir entsprechend viele Gedanken gemacht. Schon in meiner ersten Schwangerschaft hörte ich von „Baby-led Weaning (BLW)“, fand es interessant, aber für uns vollkommen ungeeignet. Damals machte ich dann einen Babybreikurs bei einer Ernährungsberaterin und richtete mich danach. Wir sind damit gut gefahren. Das Fröschlein ist heute ein extrem guter Esser, mag fast alles und bislang sind keinerlei Nahrungsmittelallergien aufgetreten. Dennoch gab es ein paar Dinge, die mich störten.

Zum einen war da die Unberechenbarkeit des Hungers. Bereitete ich große Portionen vor (oder taute entsprechend auf), dann wollte er nach 3 Löffeln nichts mehr. Und da man Babynahrung nicht erneut aufwärmen soll, mussten der Gatte und ich ran. In der vierten Woche Zucchini kam uns die dann wirklich langsam zu den Ohren raus, aber der Plan sah halt nun einmal 4 Wochen lang das gleiche Gemüse vor. Und natürlich hatte ich ein wütendes, unzufriedenes Fröschlein vor mir, wenn ich eine kleine Portion machte, denn genau dann war der Hunger immer riesig. Letzlich stand ich oft den halben Sonntag in der Woche in der Küche, um Brei für die gesamte Woche vorzukochen, der dann nur zur Hälfte gegessen wurde.

Zum anderen machte mir zu schaffen, dass sich die Entwicklung der Verdauung beim Fröschlein partout nicht an irgendwelche Pläne halten wollte. Das Ersetzen der ersten Mahlzeit klappte halbwegs. Ab der zweiten Mahlzeit ging nichts mehr – Verstopfung bis hin zur Notfallambulanz, Essverweigerung, und und und. Letzlich stillte ich mit 8 Monaten fast wieder voll. Und erst mit 10 Monaten nahm er wirklich Mengen zu sich, die einer kompletten Mahlzeit entsprachen. Trotzdem war Milch weiterhin die Hauptnahrungsquelle – bis weit ins zweite Lebensjahr hinein. Es fiel mir damals sehr schwer, mich nicht zu sorgen, abzuwarten und vor allem nicht ständig zu überprüfen, wie viel Gramm er nun geschafft hat. Dabei war er pumperlgesund (bis auf die Verstopfungsprobleme), gut gelaunt und sogar ziemlich kräftig gebaut. Und irgendwann mit 16 oder 17 Monaten platzte der Knoten urplötzlich. Er begann Berge an Essen zu verdrücken und tut das bis heute. Immer mal wieder erzählt mir jemand, dass es eine Freude wäre, ihm beim Essen zuzuschauen, weil er mit so viel Freude und Genuss isst, egal um was es sich handelt.

Obwohl letztlich also das „Ergebnis“ beim Fröschlein passte, war mir schnell klar, dass ich dieses Mal anders an die Sache heran gehen möchte. Und immer wieder spukte mir „BLW“ durch den Sinn. Ich informierte mich, las das Buch von Gill Rapley und diskutierte natürlich ausgiebig mit dem Gatten. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass wir das ausprobieren möchten. Sollte es nicht klappen, könnten wir ja immernoch jederzeit auf Brei zurückgreifen.

Was Baby-led Weaning genau bedeutet, möchte ich gar nicht nochmal erläutern, das haben andere längst schon viel besser hinbekommen, zum Beispiel Susanne Mierau oder Mama Miez. Kern des Konzepts ist, auf Brei zu verzichten und von Anfang an Fingerfood anzubieten. Dabei wird das Baby nicht gefüttert, sondern entscheidet selbst, was und wie viel es isst. Überzeugt hat uns vor allem, dass die Babynahrung im Normalfall nicht extra zubereitet wird, sondern im Großen und Ganzen das gegessen wird, was der Rest der Familie isst (ohne Salz und Zucker).

Ich finde es sehr entspannend, die Ernährung so anzugehen. Ich habe keinerlei Erwartungen oder Plan, ich möchte meinem Kind die Möglichkeit geben, Nahrung selbst zu entdecken und zu testen. Ob es funktioniert, werden wir sehen. Natürlich werde ich deshalb vielleicht ein wenig länger mehr stillen, als mir manchmal lieb wäre. Aber das musste ich trotz Breiplan beim Fröschlein auch. Und um die Nährstoffversorgung mache ich mir keine Sorgen – ich bin überzeugt, das Kind holt sich, was es braucht und verträgt, so lange das Angebot ausgewogen ist. Einzig vor möglichem Verschlucken habe ich etwas Paranoia, deshalb habe ich sicherheitshalber mein Wissen über Erste Hilfe bei Verschlucken aufgefrischt, dieses Video fand ich dabei sehr nützlich.

Und weil dieses Blog sonst ganz verkümmert, habe ich mir vorgenommen, unsere Erfahrungen mit BLW festzuhalten.