Archiv | Januar 2015

Babydecke mit Verspätung

Über ein Jahr habe ich nichts geschrieben. Und da bei Twitter ein paar Nachfragen zur gerade fertig gestellten Babydecke kamen, ist das doch ein guter Startschuss für einen Blogneuversuch.

Die Idee zu einer Babydecke schwirrte bereits einige Zeit in meinem Kopf herum. Aber da ich keine Handarbeitsqueen bin, und sowieso nie genug Zeit für meine Geistesblitze habe, schob ich sie erst einmal beiseite. Gut drei Monate vor der Geburt des Partyjungen war ich krank geschrieben, sollte viel liegen und wusste nichts so recht mit meiner Zeit auf dem Sofa anzufangen. Da packte mich die Euphorie und ich setzte mir in den Kopf, doch noch eine Decke zu häkeln. Aber welches Muster, welche Farben? Die Wollwahl fiel schnell: Cool Wool Baby von Lana Grossa. Bei den Farben entschied ich mich, den Schwerpunkt auf Gelb- und Grüntöne zu legen, aber auf jeden Fall sollte es farbenfroh werden. Ein Wellenmuster hätte mir gefallen, aber ich hatte meine Zweifel, ob ich am Ball bleibe, wenn ich die ganze Decke am Stück häkele, da ich mir das sehr eintönig vorstellte. Die Lösung: Granny Squares. Dabei häkelt man einzelne Quadrate, die man dann am Ende zusammennäht. Das Problem dabei war, dass mir viele Muster, die ich bei meiner Recherche entdeckte, überhaupt nicht gefielen. Für mich hatten sie was von Oma-Topflappen. Dann stieß ich aber auf ein Muster, das ich richtig klasse fand: Sprial-Grannys (Anleitung von nadelspiel). Da mir die entstandenen Quadrate aber zu klein waren, habe ich nach selbem Prinzip noch eine zusätzliche Runde drangehängt. Ursprünglich wollte ich die gesamte Decke ausschließlich in diese Muster gestalten, das war mir dann aber doch zum einen zu unruhig und zum anderen zu viel Fadenvernäherei, da man immer mindestens vier Farben im Einsatz hat (und eventuell für den Rand nochmal eine zusätzlich).

Also wollte ich noch zusätzlich eine Lösung für einfarbige Quadrate. Zunächst häkelte ich „4 Trees“ (Anleitung ebenfalls von nadelspiel), allerdings fand ich die gar nicht so einfach zu häkeln und das Ergebnis war mir zu „löchrig“, schließlich soll die Decke ja warm halten. Deshalb blieb es letztendlich bei zwei dieser Quadrate.

Die Lösung war dann dieses Granny-Square-Tutorial, das ich über blumenpost gefunden hatte. Nach dieser Anleitung häkelte ich sowohl einfarbige als auch mehrfarbige Quadrate, da konnte ich beliebig variieren.

Anfangs lief es rund, es kam Quadrat um Quadrat hinzu. Leider liegt es mir nicht, richtig gleichmäßig und glatt zu häkeln, die entstandenen Flicken waren ziemlich verdreht und wellig, besonders die Spiralen. Also wusch und spannte ich jedes Quadrat einzeln, was gut funktionierte, aber einigen Arbeitsaufwand bedeutete. Und dann begann ich nebenbei, Fäden zu vernähen und merkte, dass das so überhaupt nicht mein Ding ist. Stinklangweilig! Die Motivation schwand. Und so wurde das Partybaby geboren, ich hatte in einer Kiste rund 30 Quadrate rumliegen, teilweise noch komplett unvernäht und ich legte die ganze Sache erst einmal auf Eis.

Mehr als ein Jahr ging ins Land, bis im November die KiTa-Eingewöhnung für den Partyjungen begann. Gemeinsam mit einer anderen Mutter verbrachte ich viel Zeit in der Elternecke. Und die andere Mutter strickte. Das erinnerte mich an meine halbfertige Decke und mein Ehrgeiz war geweckt. Dass ich sie nie fertig gestellt hatte, wurmte mich schon lange. Und so häkelte ich die letzten 11 Quadrate, vernähte was das Zeug hielt und begann dann auch endlich, die Quadrate in Bahnen zusammen zu nähen (Anleitung ebenfalls nadelspiel).

Ich habe fertig!

Ich habe fertig!

Zum Abschluss umhäkelte ich die Decke noch mit zwei Runden Stäbchen und jetzt ist es endlich geschafft: die Babydecke ist fertig. Nur dass ich inzwischen kein Baby mehr habe. Aber vielleicht braucht der Partyjunge ja trotzdem noch eine Kuscheldecke, bislang hat er jedenfalls noch nichts gefunden, mit dem er intensiver kuschelt und das ihn in den Schlaf begleitet.

Einweihung durch das Partybaby

Einweihung durch den Partyjungen

Fazit: Ich habe insgesamt 21 Monate für die Fertigstellung der Decke gebraucht. An jedem Quadrat habe ich mit etwas Übung circa eine Stunde gehäkelt (an den Spiralen etwas länger, die einfarbigen gingen etwas schneller). Was ich total unterschätzt hatte, war der Zeitaufwand für das Ver- und Zusammennähen. Dafür würde ich in etwa nochmal genau so viel Zeit wie für die Häkelei veranschlagen (und wirklich glücklich bin ich mit meinen Nähkünsten nicht, das sieht teilweise doch recht unsauber aus). Wie viel Wolle ich insgesamt verbraucht habe, weiß ich leider gar nicht, auf jeden Fall ist die Decke für mich überraschend schwer geworden. Ingesamt ist die Decke ca. 80×90 cm groß und besteht aus 42 Quadraten. Das Häkeln hat mir Spaß gemacht, deshalb wird es mit Sicherheit nicht mein letztes Häkelprojekt gewesen sein.

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