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Plädoyer für das Bauchgefühl

(Das Fröschlein ist 1 Jahr & 2 Monate alt)

Wenn man ein Kind bekommt, finden sich in der näheren und weiteren Umgebung auf einmal unendlich viele Spezialisten in Sachen Kindererziehung, Ernährung und für allgemeine Lebensfragen. Und keiner von ihnen hat Hemmungen, Ratschläge großzügig zu verteilen. Daneben gibt es natürlich auch noch die Menschen, die man vielleicht sogar selbst explizit um Rat fragt, Kinderärzte, Hebammen und Stillberaterinnen zum Beispiel. Und am Ende hat man eine Fülle von Handlungsanweisungen Empfehlungen, die sich teilweise auch noch gegenseitig widersprechen. Und was macht man dann damit?

Für mich selbst überraschend kann ich gut gemeinte, aber unpassende Ratschläge aus der Verwandtschaft (oder auch von wildfremden Menschen auf der Straße) gut an mir abprallen lassen. „Jaja“ sagen und dann machen, was ich für richtig halte. Ein bisschen schwieriger ist das Thema Kinderarzt. Medizinisch bin ich von seinen Fähigkeiten überzeugt, wenn er sagt, dass Fröschlein braucht Pille XYZ und mir auch erklärt, warum das so ist, dann vertraue ich auf sein Urteil, auch wenn ich mich gelegentlich natürlich auch noch weiter informiere. Wobei er sowieso meistens sagt, dass das Fröschlein kein Medikament braucht. Etwas anders sieht es in allgemeinen Erziehungsfragen aus. Denn da bin ich mit ihm selten einer Meinung. Es mag sein, dass sich seine Erfahrungen bei vielen Kindern bestätigt haben, aber mein Kind und unseren Lebensstil kenne ich am besten, deshalb habe ich inzwischen entschieden, in wichtigen Fragen mein Bauchgefühl nicht zu ignorieren. Und wir fahren gut damit. Besonders in den beiden Punkten, die unter Eltern und Ratgebern sicherlich  am meisten diskutiert werden: Schlafen und Essen.

Das Fröschlein hatte in seinen ersten Monaten große Probleme mit der Nahrungsaufnahme. Wenn er wach war, konnte er immer nur sehr kurz trinken, dann hat er sich verkrampft und Schmerzen bekommen. Gut funktioniert hat es nur im Halbschlaf, da konnte er sich dann richtig satt trinken. Daraus hat sich ergeben, dass er sich daran gewöhnte, den Großteil der benötigten Nahrungsmenge nachts zu sich zu nehmen. Auch, als die Probleme langsam nachließen fiel es ihm schwer, tagsüber ausreichende Mengen zu trinken (bzw. später dann zu essen). Nächtliches Stillen alle ein bis zwei Stunden war hier Normalzustand, längere Schlafphasen die große Ausnahme.

Als das Fröschlein 6 Monate alt war, meinte der Kinderarzt, er sei nun alt genug um durchschlafen zu lernen. Er empfahl uns das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ und riet uns außerdem, ihn nachts nicht mehr zu füttern. Und ganz wichtig: auf keinen Fall Einschlafstillen, denn das Kind muss unbedingt alleine in seinem Bett einschlafen, damit es dann auch nachts, wenn es mal aufwacht, sich alleine beruhigen kann. Und wenn er das jetzt nicht lerne, dann würde das nie was werden. Es klang logisch und nachvollziehbar, machte mir aber Bauchschmerzen. Denn das Fröschlein hatte nachts nun mal nicht nur ein Kuschelbedürfnis, sondern wirklich quälenden Hunger. Und auch das Kuschelbedürfnis fand ich in seinem Alter nicht verwerflich. Mit dem Gatten kam ich schnell überein, dass wir das Fröschlein keinesfalls weinend alleine lassen würden. Recht halbherzig versuchten wir, ihn alleine in seinem Bett in unserem Beisein zum Einschlafen zu bringen. Die erste gelernte Lektion: halbherzige Versuche sind für die Katz‘, das Kind merkt sehr genau, wenn man nicht voll hinter einer Maßnahme steht. Also war recht schnell wieder alles beim Alten: Einschlafstillen und nachts so viel Kuscheln und Stillen, wie er mag.

Irgendwann, ich glaube etwa mit 9 Monaten, dachte das Fröschlein einfach nicht mehr daran, beim Stillen einzuschlafen. Ab diesem Zeitpunkt schlief er meiestens auf meinem Arm, gelegentlich aber auch im Bett ein. Als sein erster Geburtstag sich näherte, ging ich ziemlich auf dem Zahnfleisch, weil mich das ständige Stillen nachts schlauchte. Mit Hilfe des Gatten starteten wir den Versuch, die Stillabstände zu verlängern. Ziel war es, nur noch zweimal pro Nacht zu stillen, zwischendurch war ich außer Sichtweite und der Gatte kümmerte sich um das Fröschlein, wenn er sich meldete. Das klappte ein wenig, war aber sehr anstrengend. Und als der Gatte wieder beruflich mehr eingespannt war und seinen Nachtschlaf dringend brauchte, versuchte ich noch einige Nächte lang, es alleine durchzuziehen. Ohne Erfolg: das Fröschlein schrie wie am Spieß, ausdauernd und über Stunden. Meine Nerven bestanden aus seidenen Fäden und nach zwei Wochen gab ich auf. Immerhin hatten wir erreicht, dass das Fröschlein nun mindestens zwei Stunden ohne Stillen auskam.

Dann stillte ich ab, und in der Anfangszeit machte ich genauso häufig Fläschchen, wie vorher gestillt wurde. Aber irgendwann wurden die Schlafphasen ein wenig länger. Und schließlich pendelte es sich bei drei Fläschchen in der Nacht zu festen Zeiten ein. Toll fanden wir das nicht, denn weder der Gatte noch ich sind nachts im Halbschlaf feinmotorisch besonders gewieft und Fläschen anrühren bekommen wir beide leider nicht mit geschlossenen Augen hin (Kuhmilch akzeptiert das Fröschlein häufig nicht). Aber wir sahen keinen Sinn darin, nochmal „mit Gewalt“ etwas daran zu ändern. Dann kam die schlimme Fieberphase vom Fröschlein. Da er die Nahrungsaufnahme komplett einstellte und tagsüber viel zu wenig trank, flößten wir ihm nachts so viel verdünnte Milch ein wie möglich. Teilweise stündlich. Ich machte mir schon Sorgen, wie das nach seiner Krankheit weiter gehen würde. Vollkommen zu unrecht. Kaum war er wieder gesund, meldete er sich in der ersten Nacht pünktlich zu den gewohnten Fläschchenzeiten. Und in der nächsten Nacht schlief er durch. Ab 3 Uhr stand ich stündlich an seinem Bett um nachzusehen, ob es ihm gut geht, weil die Situation so ungewohnt war.

Das ist nun zwei Wochen her. Er schläft nicht jede Nacht durch, aber selten ist er mehr als einmal wach. Und auch dann reicht ihm häufig eine kleine Kuscheleinheit zum Weiterschlafen. Gelegentlich hat er aber auch richtig Hunger. Das zeigt er dann deutlich mit Babyzeichen und Gebrüll und dann bekommt er auch eine Milchflasche. Übrigens schläft das Fröschlein nach wie vor an manchen Abenden nur auf dem Arm ein. An anderen alleine im Bett. Gestern sogar erstmals alleine im Zimmer. Ich kann aber nicht feststellen, dass das irgendeinen Einfluss auf den Verlauf der Nacht hat. Wenn er alleine eingeschlafen ist wird er sogar eher nochmal weinend wach, als wenn er in den Schlaf gekuschelt wurde. Diese neue Situation kam ganz von alleine, ohne unser Zutun. Er war einfach so weit.

Und deshalb vertraue ich auch darauf, dass sich die noch offenen „Probleme“ von alleine lösen. Das Essen am Tag zum Beispiel. Langsam vergrößern sich die Portionen, die das Fröschlein tagsüber isst (vermutlich daher auch der bessere Nachtschlaf). Aber ohne nachmittägliche Milchflasche kommen wir noch nicht aus, auch wenn uns gesagt wurde, dass er jetzt zu alt dafür ist. Und dass er sich schon holen würde, was er braucht, wenn man mal ein oder zwei Tage konsequent ist. (So ein Scheißsatz übrigens!) Das Fröschlein interessiert sich nicht für Konsequenz. Als ich im Krankenhaus war, hat er lieber eine Woche Diät gemacht und Wasser getrunken, anstatt die damals noch so verhasste Milchflasche zu akzeptieren. Nicht falsch verstehen, ich finde Konsequenz wichtig – zum Beispiel wenn es um Kneifen und an den Haaren ziehen geht, oder um das Verbot, Essen umher zu werfen. Da kann ich sehr konsequent sein, und dann bekommt das Fröschlein auch schonmal Ärger oder das Essen wird weggepackt. Das sind Dinge, die mir wichtig sind und deren Einhaltung dem Fröschlein auch nicht weh tut. Aber richtig fieser Hunger, der tut weh, und da er für mich offensichtlich noch nicht in der Lage ist, den ohne Milch zu stillen, bekommt er, was er braucht.

Natürlich ist unser Weg nicht der einzig richtige. Ich kenne viele Eltern, die vom Schlafenlernen-Buch total überzeugt sind. Das möchte ich niemanden madig machen. Aber für uns war es nicht die richtige Lösung. Und entgegen aller Unkenrufe hat das Fröschlein trotzdem das Durchschlafen für sich entdeckt. Und weil mir das Vertrauen auf mein Bauchgefühl damals gar nicht so leicht gefallen ist, es hier im Netz aber viele Mamas gab, die mir Mut gemacht haben und von ihren eigenen Erfahrungen berichtet haben, wollte ich das mal aufgeschrieben haben.

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Liebe Verantwortlichen der Babybekleidungsindustrie

(Das Fröschlein ist 5 Monate, 4 Wochen & 1 Tag alt)

Liebe Verantwortlichen der Babybekleidungsindustrie,

es gibt da ein paar Dinge, die muss ich unbedingt einmal loswerden. Und da sind Sie der passende Adressat. Die ewige rosa-blau-Diskussion möchte ich gar nicht erst starten (nur der kleine Hinweis: Gerüchten zufolge soll es in der großen weiten Welt mehr als diese zwei Farben geben). Nein, es sind andere Dinge, die mir auf dem Herzen liegen.

Kürzlich habe ich im Kleiderschrank des Fröschleins ausgemistet und alles, was nicht mehr passte, fein säuberlich in hübsche, bunte Kisten gepackt. Dabei war ich erschrocken, wie viele Stücke das Fröschlein gar nicht oder maximal ein einziges Mal trug. Und an diesem Umstand sind Sie nicht ganz unschuldig. Denn im Augenblick scheint Ihr Sortiment in erster Linie kinderlose Bekannte auf Geburtsgeschenksuche und koplose Großmütter im Kaufrausch anzusprechen. Das führt aber leider bei mir häufig zu ratlosem Kopfschütteln:

Problem 1: Die Altersangaben bei den Kleidergrößen
Sehr gerne wird im Etikett unter der Größe eine Angabe in der Art „3-6 Monate“ gemacht. Die natürlich von Hersteller zu Hersteller variiert. Das macht aber nichts, denn mein Baby denkt sowieso nicht einmal im Traum daran, sich nach Ihren Größenvorstellungen zu richten. Im Mai, das Fröschlein war gerade knapp 3 Monate alt, wurden uns von mehreren kinderlosen Freunden Kleidungsstücke für den Sommer geschenkt. Luftig und fröhlich sahen sie aus. Und waren in Größe 62 oder 68. Die Etiketten besagten „4-6“ bzw. „6-8 Monate“ und die Freundin meinte strahlend: „Für den Sommer. Da kann er noch reinwachsen.“ Ich habe nicht geantwortet, dass das Fröschlein bereits an diesem Tag 68 trug, ich wollte ja keine Spielverderberin sein. Dass nun der Sommer bislang ausgefallen ist, möchte ich nicht auch noch Ihnen anlasten, aber selbst wenn das Wetter anders gewesen wäre, hätten wir kaum viel von diesen Kleidungsstücken gehabt. Natürlich ist unser Sohn auch etwas größer als der Durchschnitt, Beschwerden deshalb sollte ich wohl eher an den 2m-großen Erzeuger richten. Umgekehrt kenne ich aber auch eine Einjährige, der Größe 68 zur Zeit wie angegossen passt. Insofern schließe ich, dass es reiner Zufall ist, ob das angebene Alter der Größe entspricht oder nicht.

Problem 2: Deko- und Design-Schnickschnack
Es gibt wirklich extrem goldig aussehende Babybekleidung. Leider belässt sie es auch beim goldig aussehen, sie ist nämlich komplett alltagsuntauglich. Wofür braucht ein Baby einen Kapuzenshirt? Wenn ich das dann noch mit einer Kapuzenjacke kombiniere, dann sitzt mein Sohn im Kinderwagen aufrecht statt zu liegen, weil er so viel Stoff im Nacken hat. Und Latzhosen ohne Wickelklappe mag die Oma ja herzallerliebst finden, die muss sie dann aber auch nicht sechs Mal am Tag an und ausziehen, um die Windel zu wechseln. Und das Fröschlein lässt Ihnen ausrichten, dass er (fest angenähte) Gürtel für komplett überflüssig erachtet. Sein Bauch passt sowieso kaum in eine Hose rein, und da er noch nicht laufen kann, besteht die Gefahr von rutschenden Hosen sowieso nicht. Und so drücken Grütelschnallen in der Bauchlage einfach nur und sind unbequem.

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn wir demnächst im Geschäft unseres Vertrauens auch einfach das eine oder andere praktische, schlichte Kleidungsstück fänden, das trotzdem vielleicht ganz nett anzusehen ist.

Mit freundlichen Grüßen,
die FröschleinMama

Das Stillen, die Öffentlichkeit und wir

(Das Fröschlein ist 5 Monate, 2 Wochen & 5 Tage alt)

Die Gedanken der Junimama erinnerten mich daran, dass ich angedroht hatte, auch noch meinen Senf zum Stillen in der Öffentlichkeit abzugeben.

Früher, als ich noch keine konkreten Gedanken an eigene Kinder hatte, beobachtete ich gelegentlich, dass eine Mutter ihr Baby im Restaurant oder Café stillt. Ich fühlte mich davon nicht wirklich gestört, aber doch etwas irritiert und Gedanken wie „Wollen die das nicht lieber zu Hause machen? Das ist doch bestimmt viel bequemer.“ gingen mir durch den Kopf. Mehr habe ich darüber aber nicht nachgedacht.

Dann wurde ich schwanger und überlegte, was ich wohl machen würde, wenn das Baby unterwegs Hunger bekommt. Oder wenn wir zu Hause sind und Besuch haben. Für mich war klar: niemals würde ich stillen können, wenn mir jemand anderes (vom Göttergatten mal abgesehen) zusieht. Und dann war das Fröschlein da und hatte in den ersten Wochen mehr oder weniger ununterbrochen Hunger. Also haben wir zunächst viel Zeit zu Hause verbracht und maximal 30-minütige Ausflüge unternommen. Da wir viele Probleme beim Stillen hatten, war es für die erste Zeit auch wirklich die beste Lösung. Als das Fröschlein 4 Wochen alt war, besuchte ich zum ersten Mal den örtlichen Stilltreff. Es war der erste große Ausflug, den das Fröschlein und ich ohne die Begleitung des Göttergatten unternahmen: 20 Minuten Fußweg hin und zurück plus 1,5 Stunden Treffen. Eine aufregende Angelenheit! Und ich habe Blut und Wasser geschwitzt vor Angst, dass das Fröschlein zwischendurch Hunger bekommt. Obwohl eigentlich klar war, dass das passieren muss, denn wir hatten eigentlich nie mehr als 60 Minuten Abstand zwischen zwei Mahlzeiten. Wohl gemerkt, ich besuchte eine Stilltreff, der von einer kompetenten Stillberaterin geleitet wurde. Also eigentlich die beste Gelegenheit, das Stillen außer Haus zu testen. Aber ich war noch nicht so weit. Und das Fröschlein tat mir unerwarterweise den Gefallen und schlief durch, bis wir wieder zu Hause waren.

Nach und nach wurde aber klar, dass wir irgendwie auch eine Lösung für unterwegs finden müssen. Das erste Mal auswärts stillen musste ich dann in der Rückbildungsgymnastik, danach auch im Stilltreff. Das waren gute Orte für den Anfang, denn zum einen war das nicht wirklich öffentlich, zum anderen waren nur Frauen in einer ähnlichen Situation um mich herum. Dennoch war es frustrierend, denn aufgrund unserer Stillprobleme endete es jedes Mal in Frustschreiattacken beim Fröschlein. Zu Hause wäre es aber auch nicht besser gewesen. Dann folgte ein größerer Ausflug in die nächstgelegene Stadt und eine freudige Überraschung. Ein Einkaufscentrum dort hat ein gemütliches, freundliches Stillzimmer mit zwei bequemen Sesseln und Wickelgelegenheit. Dort landeten wir dreimal an jenem Tag und das Stillen klappte sogar ganz gut.

Als das Fröschlein dann etwa acht Wochen alt war, kamen wir zum ersten Mal in die Situation, dass wir mitten in der Stadt waren und das Fröschlein Hunger hatte. Also haben wir ein Restaurantcafé aufgesucht, einen freien Tisch in der hintersten Ecke gewählt und ich habe mich mit dem Rücken zum Raum gesetzt. Und konnte ganz problemlos das Fröschlein stillen. Seitdem gab es solche Situationen häufig und für mich ist es ganz normal geworden, im Restaurant, im Park oder im Wartezimmer zu stillen.

Und wenn ich dann Leute höre (oder im Netz lese), die sich über Stillen in der Öffentlichkeit aufregen, dann platzt mir der Kragen. Ganz ehrlich: ich bin absolut nicht scharf darauf, mitten in einer Menschenmenge meine B.rüste auszupacken. Zum einen, weil ich durchaus ein Schamgefühl habe, zum anderen, weil auch das Fröschlein an einem ruhigen Ort viel besser trinken kann. Aber wenn man unterwegs ist, muss man manchmal kreative Lösungen finden. Ich achte immer darauf, eine ruhige Ecke auszusuchen, ich trage passende Kleidung, bei der nicht viel sichtbar ist und ich lege ein Tuch über meine Schulter und das Fröschlein. Dezenter ist nicht möglich. Aber wenn es jemand darauf anlegt, kann er natürlich schon einen B.usenblitzer zu sehen bekommen. Das liegt dann aber am Gaffen und nicht an mir. Und wenn die Menschen eine so heftige Phantasie haben, dass sie ein unter einem Tuch verdecktes Stillen als anstößig empfinden, dann haben DIE meiner Meinung nach ein Problem!

Wobei ich dazu sagen muss, dass mich bislang noch nie jemand darauf angesprochen hat, bislang waren kopfschüttelnde Blicke das Schlimmste, was ich erlebt habe. Aber die Stories, die andere erzählt haben, sind manchmal kaum zu glauben.

Natürlich gibt es auch noch deutlich „offensivere“ Stillmamis. Ich muss zugeben, dass das nicht meine Sache wäre, aber letztendlich gibt es bestimmt häufig auch gute Gründe für nicht-so-diskretes Stillverhalten. Das Kind einer Bekannten bekommt beispielsweise einen Ausraster, wenn es von einem Tuch verdeckt wird.

Letztendlich finde ich es schade, dass manche Stillmütter aus Angst vor missbilligenden Kommentaren auf Unternehmungen verzichten. Mit einem Baby ist der Alltag sowieso schon deutlich eingeschränkt, das ist nun einmal so und das finde ich auch nicht schlimm. Aber ein kleiner Cafébesuch oder Stadtbummel sollte doch möglich sein, oder? Und Stillen ist in erster Linie Nahrungsaufnahme, warum also sollen nur die Großen außer Haus essen dürfen?

Babybrei

(Das Fröschlein ist 4 Monate, 3 Wochen & 6 Tage alt)

Heute haben wir endlich zum ersten Mal am Babybreikurs teilgenommen. Eigentlich ging der schon letzte Woche los, aber da habe ich wegen unserer Erkältungen schweren Herzens zu schwänzen entschieden. Umso mehr hat es mich gefreut, dass es dann heute geklappt hat. Und ich finde, es hat sich gelohnt und freue mich schon auf nächstes Mal, das dann aber auch schon der Abschluss des Kurses sein wird.

So ganz sicher war ich mir im Vorfeld aber nicht, ob sich ein solcher Kurs lohnt. Denn so kompliziert ist es ja nicht, einen Brei zuzubereiten. Aber da wir einen Gutschein hatten und außerdem richtige Ernährung bei Allergien auf der Agenda stand, habe ich mich angemeldet. Und nun habe ich wirklich jede Menge dazu gelernt. Dass selbstgemachter Brei im Idealfall besser ist als Fertiggläschen war mir schon vorher klar, was ich nicht wusste:

  • wie man die Angaben auf Gläschen interpretiert
  • welche Mischungsverhältnisse für das Kind ideal sind
  • Tipps und Tricks zur Handhabung von selbstgemachten Breien
  • dass man ab dem 7. Monat Wasser nicht mehr abkocht
  • wie gefährlich Plastikbehälter sind

Mein Fazit für heute: ich hoffe, ich schaffe es konsequent, zu Hause Selbstgemachtes zu Füttern. Für unterwegs und in Ausnahmesituationen sind Fertiggläschen aber kein Problem, sofern ich beim Einkauf auf die Zusammensetzung achte.

Am interessantesten fand ich aber die Geschmacksprobe von ca. 8 verschiedenen Fertiggläschen im Vergleich zu zwei frisch zubereiteten Breien. Das hat mir den letzten Anschub gegeben, wirklich erst einmal selbst zu kochen.

Wann wir mit der Beikost anfangen weiß ich noch nicht. Bislang verfolgt das Fröschlein zwar schon gelegentlich, was bei uns in den Mund wandert, aber ein richtiges Interesse kann ich noch nicht feststellen. Von daher warten wir noch ein wenig ab, vielleicht probieren wir auch erstmal nur ein paar Knabberversuche à la „Baby Led Weaning“.

Und jetzt noch ein wenig Gemecker am Schluss: Zum Kursort sind es gute 20 Minuten Fußweg. Natürlich muss uns auf dem Hinweg ein heftiger Regenguss erwischen. Während des Kurses schien draußen die Sonne und zwei Minuten vor Ende setze erneut Regen ein. Ich habe noch 30 Minuten abgewartet, um wenigstens dem Platzregen zu entgehen, allerdings hat mich dann die zweite Welle Starkregen auf dem Heimweg trotzdem erwischt. Und das Fröschlein hatte zu allem Überfluss keine Lust mehr auf Kinderwagen. War irgendwie nicht so ein gemütlicher Nachhauseweg.

Stillen – ein (Zwischen?)Fazit

(Das Fröschlein ist 4 Monate, 2 Wochen & 1 Tag alt)

In den letzten Tagen habe ich mir viele Gedanken über das Stillen gemacht. Zum einen ist es natürlich sowieso ein präsentes Thema, wenn man gefühlte 20% des wachen Tages damit verbringt (und auch noch einen nicht unerheblichen Teil schlafend 🙂 ). Dann las ich die Ausführungen von Frau NebeL zum Stillen, die mich sehr nachdenklich gemacht haben und stolperte über die Anekdote von Frau Gminggmangg über das Stillen in der Öffentlichkeit. Und mir ging so viel durch den Kopf, dass mir bewusst wurde, dass es Zeit ist, das alles mal schriftlich aufzuarbeiten (Warnung: könnte länger werden).

Es ist hier schon häufiger angeklungen, dass unsere Stillbeziehung nicht unproblematisch war und ist. Vor der Geburt war mir klar, dass ich das Fröschlein auf jeden Fall stillen möchte. Auch wenn der Gedanke bei mir widerspüchliche Gefühle auslöste, denn ich habe ein extrem stark ausgeprägtes Schamgefühl und die Vorstellung, mit fremder Unterstützung mein Baby an die Brust zu bekommen, war nicht gerade angenehm. Auch hielt ich es für eher unwahrscheinlich, dass ich im Beisein von anderen Menschen (außer dem Göttergatten) stillen würde. Und ich war gut genug informiert um zu wissen, dass die Anfangsphase uns eventuell auch vor das eine odere andere Problem stellen könnte, war aber eigentlich optimistisch, dass wir es hinbekommen.

Dann war das Fröschlein endlich da, und das erste Anlegen im Kreißsaal klappte prima, die Hebamme half nur ein klein wenig. Der kleine Mann hatte sofort einen richtig heftigen Zug drauf und das Glücksgefühl war unbeschreiblich. Nach kurzer Zeit wurden wir in den Nachbarraum des Kreißsaals verlegt, wo wir noch ein wenig Zeit für uns hatten, bevor wir auf die Wöchnerinnenstation kamen. Schon bald fing der kleine Fröschleinmund wieder an zu suchen und Saugbewegungen zu machen. Also legte ich ihn erneut an, dieses Mal hatten wir aber unsere Probleme. Irgendwann schafften wir es und das Fröschlein saugte wieder intensiv. Nach einer Pause von 15 Minuten ging das Spiel von vorne los. Die nächsten Tage erlebte ich meinen Sohn fast ausschließlich schlafend oder hungrig. In der ersten Nacht hatte ich ihn insgesamt 8 Stunden an der Brust. Der Ablauf: Er sucht, ich versuche ihn anzulegen, es klappt aber nicht. Nach einigen Minuten gebe ich auf und hole die Schwester zur Hilfe. Sie schafft es, aber ich kapiere nicht wirklich, was ich vorher falsch gemacht habe. Das Fröschlein trinkt 30 Minuten in heftigen Zügen (wirklich jeder, der es sah sagte etwas in der Art „Du meine Güte, was für eine Kraft“). Ich docke ihn ab, gleiches Spiel auf der anderen Seite. Nach weiteren 30 Minuten kann ich nicht mehr, das Fröschlein ist für 30-60 Minuten zufrieden, bevor wir von vorne anfangen. Nach 24 Stunden sind meine B.rustwarzen hinüber. Rissig und blutig, jedes Anlegen wird zur Qual. Trotzdem stillen wir natürlich weiter, aber ich lasse die Abstände größer werden, indem umfangreiches Alternativprogramm in Form von Schaukeln, Tragen und Kuscheln angeboten wird. Tagsüber kommen wir halbwegs zurecht, aber die Nächte werden zur Geduldsprobe. Bereits in der zweiten Nacht setzen beim Fröschlein Blähungen ein, die in sehr quälen. Er weint viel und findet nur wenig Schlaf. Wir stellen fest, dass ich scheinbar auch kaum etwas von der Vormilch habe und das Fröschlein ist nach wie vor Dauerhungrig. Also lasse ich mich von den Schwestern überzeugen, dass Zufüttern hilfreich ist. Und das Fröschlein haut die Premilch weg wie nichts. Bereits am 3. Tag schafft er annähernd 50 ml in wenigen Minuten. Angelegt wird natürlich trotzdem weiterhin fleißig.

Mein Schamgefühl habe ich zu diesem Zeitpunkt schon beerdigt. Ich laufe in unserem Krankenhauszimmer fast nur noch mit offenem Shirt rum, weil ich keinen Stoff mehr auf den wunden Stellen ertragen kann. Egal, ob der Ehemann meiner Bettnachbarin da ist oder nicht. Am 5. Tag gehen wir nach Hause. Das Anlegen klappt zwar nach wie vor nicht auf Anhieb, aber es wird langsam. Unsere Hebamme, eine sehr quirlige, freundliche, junge Frau , stimmt mich positiv. Trotzdem schießen mir bei den ersten Zügen vor Schmerz die Tränen in die Augen und ich muss teilweise sehr die Zähne zusammen beißen, um nicht laut zu schreien. Obwohl die Haltung angeblich richtig ist und ich alle Mittel und Salben ausprobiere, die man mir empfiehlt, werden die Wunden schlimmer. Ein Test mit Stillhütchen ergibt, dass sie die Schmerzen verstärken. In der ersten Nacht zu Hause spuckt das Fröschlein Blut. Ein Anruf bei der Hebamme beruhigt uns, es ist vermutlich Blut von mir, das für ihn unverdaulich ist und deshalb wieder rauskommt.

Drei Tage später sind wir dann am Ende. Das Fröschlein mag nicht mehr andocken, ich vermute, weil ich immer stärker blute und er den Beigeschmack der Milch nicht mehr mag. Wir organisierten eine Pumpe und vorläufig wird nur noch abgepumpte Milch mit der Flasche gefüttert. Ich bin einerseits erleichtert, dass ich Zeit bekomme, die Wunden verheilen zu lassen. Andererseits empfinde ich die Situation als belastend, denn das Fröschlein hat keinen Rhythmus und häufig wechselnde Hungergefühle. Ich pumpe alle 2-3 Stunden 30 Minuten ab, auch nachts, manchmal reicht die Menge dem Fröschlein nicht aus, beim nächsten Mal wiederum trinkt er nur die Hälfte. Nach dem Abpumpen dann Auswaschen und Sterilisieren der „Instrumente“ und Füttern. Und dann ist auch schon fast wieder Zeit für das nächste Abpumpen. Der Göttergatte hat mir so viel wie möglich abgenommen, aber trotzdem war es viel Aufwand. Immerhin trat die erhoffte Wirkung ein und nach einer Woche begann ich langsam wieder, zwischendurch Stillversuche zu starten. Mit mäßigem Erfolg. Scheinbar war mein Milchspendereflex inzwischen so stark, dass ich das Fröschlein regelrecht abgeschossen habe. Er hat nach ein paar Zügen protestiert und ist in Wutgeheul ausgebrochen. Wir haben verschiedene Stillpositionen ausprobiert, die Hebamme war in diesem Punkt nicht wirklich eine Hilfe. Nach ausgiebiger Recherche im Netz fand ich endlich einen Tipp, der mir half: „bergauf trinken“. Von da an nutzten wir die sogenannte „Football“-Stillposition, allerdings lagerte ich das Fröschlein so, dass sein Kopf tiefer lag als der Körper. Und zum ersten Mal verbrachten wir ein paar halbwegs entspannte Stilltage.

Als das Fröschlein etwa einen Monat alt war, wurde es wieder komplizierter. Im wachen Zustand funktionierte das Trinken überhaupt nicht mehr. Egal in welcher Position, nach 30 bis 60 Sekunden begann er sich zu winden und herzzereißend zu weinen. Außerdem merkte ich, dass seine Verdauung wie wild arbeitete und dass seine Blähungen ihn wieder stärker quälten. Jedes Anlegen wurde zum Ringkampf. Mir tat es im Herz weh. Zum einen, ihn so zu sehen, zum anderen traf es mich aber auch unheimlich, beim Stillen so vom ihm angebrüllt zu werden. Das eine oder andere Mal habe ich einfach mitgeweint. Von da an waren unsere Tage vom Stillen bestimmt. Das Fröschlein bekundete regelmäßig seinen Hunger, wir stillten ein paar Sekunden (im Besten Fall auch mal drei oder vier Minuten), dann ging die Winderei und Schreierei los. Ich versuchte, ruhig zu bleiben und ihm gut zuzureden, manchmal hatte ich damit Erfolg und er konnte weitertrinken, meist nicht. Dann ging eine Stunde später das gleiche Spiel von vorne los. Nur wenn er sehr müde und praktisch schon im Halbschlaf war, hat alles problemlos geklappt. Dann trank er 15 Minuten ruhig und kräftig und war anschließend im Tiefschlaf. Zum Glück begann zu dieser Zeit sein Tag-Nacht-Rhythmus zu funktionieren und wir brachten die Nächte gut durch, er trank im Halbschlaf ohne aufzuwachen und rüstete sich so für den Tag. Wenn diese Nächte nicht gewesen wären, und zwischendurch auch mal urplötzlich der eine oder andere Tag ohne Probleme, ich hätte wohl aufgegeben.

In meiner Verzweiflung pumpte ich auch ab und wir fütterten mit der Flasche. Aber auch da das gleiche Bild. Das machte mir wenigstens in sofern Mut, dass ich nun wusste, dass es nicht an mir lag.

Wir versuchten, Hilfe zu bekommen. Wenn die Hebamme da war, hatte er entweder gerade keinen Hunger oder wundersamerweise klappte es ausnahmsweise mal. Sie konnte nicht wirklich einen Rat geben. Ich sprach mit einer Stillberaterin. Die konnte die Probleme live verfolgen, schaute sich alles an, und stellte fest, was ich schon vermutete. Das Trinken macht ihm Bauchschmerzen. Aber es sei ganz toll, wie ruhig ich es immer wieder versuche. Wir versuchten es mit Globuli, mit Spray, Massage und ich weiß nicht was noch allem. Wirklich geholfen hat nichts. Der Kinderarzt sagte, Blähungen hören irgendwann von alleine auf, da hilft kein Mittel. Wenn mich die Situation zu sehr stresst, solle ich abstillen. Aber ein wirkliches Problem konnten viele nicht sehen, schließlich war das Fröschlein groß und schwer und nahm gut zu. Wie viel Energieaufwand dafür nötig war, konnte man schließlich nicht direkt erkennen. Auch im Freundeskreis gab es gutmütiges Lachen, wenn ich davon sprach, dass das Stillen manchmal noch Probleme mache: „Sieh Dir den Wonneproppen doch an. So schlimm kann das gar nicht sein.“

Es folgte ein Besuch bei einer Ostheopatin. Zum ersten Mal fühlte ich mich von jemandem Außenstehenden richtig ernst genommen. Das tat in der Seele gut, aber Erfolg brachte die Behandlung auch nicht wirklich. Ganz allmählich klappte das Trinken aber immer mal wieder ohne Geschrei. Und ich lernte, die Situation bis zu einem gewissen Punkt zu akzeptieren. Außerdem stellte ich fest, dass Stillen am Liegen noch am ehesten Erfolg verspricht.

Als das Fröschlein 10 Wochen alt war, entschied ich, dass ich nach Möglichkeit irgendwie durchhalten möchte, bis es vier Monate alt ist. Danach wollte ich weiter sehen. Es folgte urplötzlich der erste Milchstau, der mich wieder ins Zweifeln brachte. Aber auch das überstanden wir, wie auch die beiden folgenden Milchstau-Erlebnisse.

Und das ist im Moment der Status Quo. Das Fröschlein quält sich nicht mehr ganz so sehr und ich versuche, nichts zu erzwingen. Wir haben inzwischen auch Abstände von 2 Stunden, manchmal sogar mehr, abends dafür dann deutlich kürzer. Ich bin froh, wenn er drei oder vier Minuten mehr oder weniger ohne Probleme trinkt. Wenn er dann nicht mehr kann, ich aber merke, dass er noch Hunger hat, dann legen wir uns ins Bett. Wenn er dann so weit ist, dockt er selbständig an und trinkt die Mahlzeit zu Ende. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn man eine Möglichkeit hat, sich hinzulegen. Unterwegs ist es schon schwieriger. Aber die Nächte sind dafür nach wie vor problemlos, auch wenn er da natürlich häufig viel nachholen muss. Das heißt dann für mich, auch nachts im 2-Stunden-Takt aufzustehen.

Die vier Monate haben wir nun geschafft. Und weil es gerade so halbwegs läuft, dachte ich mir, wir machen auf jeden Fall weiter, bis wir mit der Beikost anfangen. Und vielleicht klappt es ja dann weiterhin. Aber an den ganz schlechten Tagen, die zum Glück selten geworden sind, stelle ich das durchaus in Frage. Ich träume vom Stillen bis zum ersten Geburtstag und darüber hinaus, aber ich weiß nicht, ob wir das durchhalten.

In der Rückbildung fragte mich eine Mutter, die abgestillt hat, warum ich mir das antue. Ich konnte das ohne Probleme beantworten: Weil ich glaube, dass Muttermilch das Beste für ihn ist (allergiegefährdet). Weil ich den Eindruck habe, dass es ihm trotzdem gut tut. Weil es sich trotz allem „richtig“ anfühlt. Und irgendwas muss der Kleine aber schließlich essen. Da die Versuche mit der Flasche ebenfalls zu Schreiattacken führten, wäre damit das Problem ja nicht gelöst. Der einzige Vorteil wäre lediglich, dass ich nicht mehr alleine dafür sorgen müsste, dass er Nahrung bekommt, sondern dass der Papa unterstützen könnte. Aber ausreichend oft klappt es ja. Und wie ich schon neulich schrieb: wenn er nachts ganz friedlich im Halbschlaf trinkt, dann könnte ich überlaufen vor Glück.

Und weil das jetzt viel länger geworden ist, als ich vorhatte, notiere ich meine Gedanken zum Stillen in der Öffentlichkeit ein anders Mal.

Die 1000 ist voll!

(Das Fröschlein ist 4 Monate & 5 Tage alt)

Ich muss gestehen, ich bin ein Zahlenfreak. Ich liebe Statistiken und Ziffern, jede Zahl die mir begegnet, wird gleich im Kopf mit irgend etwas in Verbindung gebracht oder es werden wilde Berechnungen angestellt. Heute kann ich mich mal wieder austoben. Denn das Fröschlein ist heute 125 Tage alt, und das heißt

  • wir haben bereits ca. 1000 Mal Windeln gewechselt,
  • ich habe ca. 100 Mal das Tragetuch gebunden,
  • ich habe ca. 1500 Mal gestillt und
  • ich hatte ungefähr 12521 Glücksmomente!

Wenn ich mir diese Zahlen anschaue, dann denke ich einfach nur „Wahnsinn!“.

Trageunterstützung

(Das Fröschlein ist 4 Monate & 2 Tage alt)

Gestern waren wir bei einer Trageberatung. Das Tragetuch lieben wir nach wie vor, aber wir wollten uns gerne eine Alternative besorgen, die vielleicht etwas schneller anzulegen ist und nicht ganz so dicht umhüllt wie unser riesiges Tragetuch (Größe 7). Und wir waren erfolgreich. Die Beratung alleine hat sich schon gelohnt. Wir durften Manduca, ErgoCarrier, Didytai und Bondolino ansehen, anfassen, Vor- und Nachteile diskutieren und haben Manduca und Bondolino auch ausgiebig mit dem Fröschlein getestet. Die Entscheidung ist dann auf den Bondolino gefallen. Rein optisch hätte ich die „Manduca“ hübscher gefunden, das Fröschlein hatte auch einen guten Sitz darin, aber die vielen Schnallen sind unpraktisch, da sowohl der Göttergatte als auch ich tragen wollen. Und da wir unterschiedlich groß und breit sind, hätte das bei jedem Wechsel eine Menge Einstellerei bedeutet. Im Bondolino sitzt das Fröschlein ebenfalls perfekt, und durch die Wickeltechnik haben wir keinerlei Umstellungsprobleme.

Heute kam das gute Stück dann in die Waschmaschine, und ab morgen oder übermorgen startet dann die Belastungsprobe. Ich werde berichten!

Übrigens kann ich jedem, der sein Kind viel und intensiv trägt, eine Trageberatung bei einer kompetenten Beraterin ans Herz legen. Natürlich findet man viele Informationen im Internet, und auch die Hebamme gibt meist den einen oder anderen Tipp mit. Aber ich habe für mich gestern sehr viel aus dem Termin mitgenommen, außerdem meine Wickelkreuztrage verbessert und noch zwei weitere Bindetechniken mit dem Tragetuch gelernt, und außerdem die oben erwähnte ausführliche Einführung in die Komforttragen bekommen. Gekostet hat der Spaß 20 Euro, dafür gab es Rabatt auf den Bondolino und in der Summe kaum etwas draufgezahlt.

Und ich fürchte, sollten bei uns noch weitere Kinder hinzukommen, wird früher oder später die Manduca auch noch Einzug erhalten. Bequem und chic war das Ding ja schon…