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Babydecke mit Verspätung

Über ein Jahr habe ich nichts geschrieben. Und da bei Twitter ein paar Nachfragen zur gerade fertig gestellten Babydecke kamen, ist das doch ein guter Startschuss für einen Blogneuversuch.

Die Idee zu einer Babydecke schwirrte bereits einige Zeit in meinem Kopf herum. Aber da ich keine Handarbeitsqueen bin, und sowieso nie genug Zeit für meine Geistesblitze habe, schob ich sie erst einmal beiseite. Gut drei Monate vor der Geburt des Partyjungen war ich krank geschrieben, sollte viel liegen und wusste nichts so recht mit meiner Zeit auf dem Sofa anzufangen. Da packte mich die Euphorie und ich setzte mir in den Kopf, doch noch eine Decke zu häkeln. Aber welches Muster, welche Farben? Die Wollwahl fiel schnell: Cool Wool Baby von Lana Grossa. Bei den Farben entschied ich mich, den Schwerpunkt auf Gelb- und Grüntöne zu legen, aber auf jeden Fall sollte es farbenfroh werden. Ein Wellenmuster hätte mir gefallen, aber ich hatte meine Zweifel, ob ich am Ball bleibe, wenn ich die ganze Decke am Stück häkele, da ich mir das sehr eintönig vorstellte. Die Lösung: Granny Squares. Dabei häkelt man einzelne Quadrate, die man dann am Ende zusammennäht. Das Problem dabei war, dass mir viele Muster, die ich bei meiner Recherche entdeckte, überhaupt nicht gefielen. Für mich hatten sie was von Oma-Topflappen. Dann stieß ich aber auf ein Muster, das ich richtig klasse fand: Sprial-Grannys (Anleitung von nadelspiel). Da mir die entstandenen Quadrate aber zu klein waren, habe ich nach selbem Prinzip noch eine zusätzliche Runde drangehängt. Ursprünglich wollte ich die gesamte Decke ausschließlich in diese Muster gestalten, das war mir dann aber doch zum einen zu unruhig und zum anderen zu viel Fadenvernäherei, da man immer mindestens vier Farben im Einsatz hat (und eventuell für den Rand nochmal eine zusätzlich).

Also wollte ich noch zusätzlich eine Lösung für einfarbige Quadrate. Zunächst häkelte ich „4 Trees“ (Anleitung ebenfalls von nadelspiel), allerdings fand ich die gar nicht so einfach zu häkeln und das Ergebnis war mir zu „löchrig“, schließlich soll die Decke ja warm halten. Deshalb blieb es letztendlich bei zwei dieser Quadrate.

Die Lösung war dann dieses Granny-Square-Tutorial, das ich über blumenpost gefunden hatte. Nach dieser Anleitung häkelte ich sowohl einfarbige als auch mehrfarbige Quadrate, da konnte ich beliebig variieren.

Anfangs lief es rund, es kam Quadrat um Quadrat hinzu. Leider liegt es mir nicht, richtig gleichmäßig und glatt zu häkeln, die entstandenen Flicken waren ziemlich verdreht und wellig, besonders die Spiralen. Also wusch und spannte ich jedes Quadrat einzeln, was gut funktionierte, aber einigen Arbeitsaufwand bedeutete. Und dann begann ich nebenbei, Fäden zu vernähen und merkte, dass das so überhaupt nicht mein Ding ist. Stinklangweilig! Die Motivation schwand. Und so wurde das Partybaby geboren, ich hatte in einer Kiste rund 30 Quadrate rumliegen, teilweise noch komplett unvernäht und ich legte die ganze Sache erst einmal auf Eis.

Mehr als ein Jahr ging ins Land, bis im November die KiTa-Eingewöhnung für den Partyjungen begann. Gemeinsam mit einer anderen Mutter verbrachte ich viel Zeit in der Elternecke. Und die andere Mutter strickte. Das erinnerte mich an meine halbfertige Decke und mein Ehrgeiz war geweckt. Dass ich sie nie fertig gestellt hatte, wurmte mich schon lange. Und so häkelte ich die letzten 11 Quadrate, vernähte was das Zeug hielt und begann dann auch endlich, die Quadrate in Bahnen zusammen zu nähen (Anleitung ebenfalls nadelspiel).

Ich habe fertig!

Ich habe fertig!

Zum Abschluss umhäkelte ich die Decke noch mit zwei Runden Stäbchen und jetzt ist es endlich geschafft: die Babydecke ist fertig. Nur dass ich inzwischen kein Baby mehr habe. Aber vielleicht braucht der Partyjunge ja trotzdem noch eine Kuscheldecke, bislang hat er jedenfalls noch nichts gefunden, mit dem er intensiver kuschelt und das ihn in den Schlaf begleitet.

Einweihung durch das Partybaby

Einweihung durch den Partyjungen

Fazit: Ich habe insgesamt 21 Monate für die Fertigstellung der Decke gebraucht. An jedem Quadrat habe ich mit etwas Übung circa eine Stunde gehäkelt (an den Spiralen etwas länger, die einfarbigen gingen etwas schneller). Was ich total unterschätzt hatte, war der Zeitaufwand für das Ver- und Zusammennähen. Dafür würde ich in etwa nochmal genau so viel Zeit wie für die Häkelei veranschlagen (und wirklich glücklich bin ich mit meinen Nähkünsten nicht, das sieht teilweise doch recht unsauber aus). Wie viel Wolle ich insgesamt verbraucht habe, weiß ich leider gar nicht, auf jeden Fall ist die Decke für mich überraschend schwer geworden. Ingesamt ist die Decke ca. 80×90 cm groß und besteht aus 42 Quadraten. Das Häkeln hat mir Spaß gemacht, deshalb wird es mit Sicherheit nicht mein letztes Häkelprojekt gewesen sein.

BLW Tage #04 & #05 – Banane, Zucchini & Nudeln

Gestern früh saßen wir zusammen beim Früstück und ich schnippelte Banane für unsere Müslis. Das Partybaby war beim Gatten auf dem Arm und wurde so wild, hektisch und aufgeregt, als es uns beim Essen sah, dass wir ihm ganz ungeplant ein Stück Banane in die Hand drückten. Auch hier war die Handhabung aufgrund der Konsistenz nicht ganz einfach, aber der Geschmack scheint überzeugend gewesen zu sein. Wenig später trat das Partybaby dann auch den Beweis an, dass es wirklich etwas schluckt: es musste brechen. Da das an schlechten Tagen regelmäßig bis zu 10x vorkommt, ist das aber kein Grund zur Beunruhigung.

Mittags dann gab es Nudeln mit Zucchini. Beides weckte zumindest Interesse. Die Nudeln hatte ich aber wohl etwas zu bissfest gegart, das nächste Mal werde ich ihnen eine Minute mehr spendieren. Die Zucchini überraschte mich, denn ich hatte erwartet, dass sie zu labberig wird, aber das war kein Problem.

Heute gab es Kartoffel und Karotte. Das Partybaby war aber nicht in Esslaune, das meiste landete direkt auf dem Boden, ohne vorher in den Mund zu kommen. Solche Mahlzeiten gehören vermutlich auch dazu,

Für mein Wohlbefinden wäre es ganz gut, wenn die Babyverdauung jetzt langsam beweisen würde, dass sie noch gut arbeitet. (Sorry für das Thema, aber hey – das Blog heißt schließlich Windelalarm.) Es war zuletzt normal, dass Stuhlgang nur alle 5 -10 Tage statt fand und der Kinderarzt sagte auch, das müsse sich erst ändern, wenn der Milchanteil an den Mahlzeiten deutlich zurück geht. Aber nach den Verstopfungsdramen beim Fröschlein bin ich da zugegebenermaßen etwas unentspannt. Bislang geht es dem Partybaby jedoch sichtlich gut, er drückt zwar hin und wieder mal sehr angestrengt um zu pupsen, scheint sich aber sonst wohl zu fühlen.

Mit dem Wochenende und den damit verbundenen gemeinsamen Mahlzeiten mit dem Fröschleun tat sich nun ein Problem auf, das wir noch lösen müssen: das Fröschlein kann nicht nachvollziehen, warum das Partybaby sogar ermutigt wird, mit dem Essen zu spielen, während wir von ihm vernünftige Tischmanieren erwarten. Das wird noch spannend.

BLW Tage #02 & #03 – Brokkoli, Karotte und Birne

An Tag 2 beinhaltete der Menüplan für das Partybaby Brokkoli und Kartoffeln. Ihm beim Brokkoliessen zuzuschauen war wirklich ein Erlebnis. Da er beim Essen auf meinem Schoß sitzt, kann ich sein Gesicht leider nicht sehen, aber der Gatte hat einige Fotos gemacht. Die Emotionspalette, die sich widerspiegelt, ist schier unglaublich. Erstaunen, Neugier, Verwirrung, Begeisterung – alles dabei. Das Partybaby war erneut sehr experimentierfreudig und probierte ausgiebig. Brokkoli ließ sich besonders gut festhalten und schien auch geschmacklich zuzusagen. Ich habe versucht, die einzelnen Röschen möglichst am Stielende abzuschneiden, damit ein Haltegriff entsteht, das klappte hervorragend und das Partybaby konnte gut zupacken. Er drehte die einzelnen Stücke erst neugierig in der Hand und biss dann herzhaft hinein. Auch dieses Mal spuckte er sehr viel direkt oder nach einigem hin und herschieben im Mund wieder aus. Aber er machte eindeutig auch Schluckbewegungen. Kartoffel war wie am Vortag nicht so gut zu handhaben, wurde aber auch probiert. Erstmals habe ich auch ein Glas Wasser dazu angeboten, was ihn regelrecht in Extase versetzte. Er war so stürmisch, dass er es mir fast aus der Hand riss. Am Ende waren wir beide ziemlich nass.

Fazit: Brokkoli macht dem Kind viel Spaß, gibt aber eine Riesensauerei, da die kleinen Knospen schnell zerfleddern. Noch am Abend haben wir überall am Kind kleine grüne Krümel gefunden.

Tag 3: Da ich von gestern noch Brokkoli übrig hatte, gab es erneut eine kleine Portion, dazu ein Stück Karotte und als Nachtisch etwas Birne.

Heute war das Partybaby eher in Umherwerf-Laune als auf Essen eingestellt. Die Brokkolistücke wurde nach kurzem Belutschen einfach fallen gelassen. Die Möhre hingegen wurde sehr ausgiebig gelutscht, bevor sie dem Brokkoli Gesellschft leisten durfte. Geschmacklich war wohl die Birne zum Abschuss der Knaller, leider war sie so glitschig, dass sie für das Partybaby unmöglich zu halten war. Letztlich nahm ich das Stück auf die flache Hand und er kam mit seinem Mund dicht heran und versuchte, es sich irgendwie reinzuschieben, aber es klappte nicht wirklich. Da müssen wir noch nach einer anderen Lösung suchen. Dafür leckte er dann genüsslich den an meiner Hand entlanglaufenden Birnensaft.

Fazit: Birne ist so wie ich mir das dachte, leider (noch) nicht machbar.

 

BLW Tag #01 – Kartoffel und Kohlrabi

Eigentlich hatte ich vor, 6 Monate voll zu stillen. Dann zeigte das Partybaby aber Mitte Dezember deutlich, dass es Interesse an Nahrung hat. Nun fand ich den Weihnachtstrubel und unseren anschließenden Urlaub nicht den perfekten Zeitpunkt, um in Ruhe eine neue Erfahrung zu machen, deshalb warteten wir letzlich doch noch fast die vollen 6 Monate ab und legten den gestrigen Tag (erster Tag zu Hause nach dem Urlaub) als Starttermin fest. Ich fieberte richtig darauf hin und fand meine Aufregung gleichzeitig bescheuert. Aber der Beikoststart ist ein großer Meilenstein – weg von der Abhängigkeit hin zur Selbständigkeit des Babys. Etwas überraschend mischte sich keinerlei Wehmut in meine hormongesteuerte Gefühlswelt, ich freue mich einfach riesig darauf, dass mein kleines Partybaby nun eine ganz neue Welt kennen lernt. Und dem Stillen bin ich sowieso nicht so herzlich verbunden, dass es mich traurig machen würde, dass sich nun am fernen Horizont ein Ende abzeichnet.

Mit unserem Mittagessen war der große Moment gekommen. Das Partybaby erhielt erstmals ebenfalls einen Teller, darauf lagen zwei Kohlrabisticks und ein Stück Kartoffel (beides dampfgegart). Ich hielt ihm den Teller vor den Bauch und es biss sofort herzhaft hinein – in den Teller! Der war erstmal das Interessanteste überhaupt. Selbständig etwas davon runter zu greifen klappte hingegen überhaupt nicht, alles viel zu glitschtig, da machte die Motorik noch nicht mit. Also bot ich mit gespitzten Fingern einen Kohlrabistick an. Und das Partybaby ist ganz offensichtlich nicht auf den Kopf gefallen: er schnappte sich meine Hand und führte sie so zu seinem Mund, dass er den Kohlrabi anlutschen kann. Hätte ich mir früher auch nicht träumen lassen, dass ich mal als Besteckersatz missbraucht werde! Wenig später nahm er mir dann auch angebotenes Essen aus der Hand und steckte es selbständig in den Mund. Schnell quetschte er erste Stücke ab, die er dann kurz darauf wieder ausspuckte. Die Kartoffel zermanschte er überwiegend schon in der Hand. Natürlich flog alles wild in der Gegend rum, aber er war begeistert und wurde richtig aufgeregt, als ich den Teller wegstellen wollte.

Fazit: Kohlrabi ist von Konsistenz her scheinbar sehr gut für den Start geeignet, Kartoffel eher glitschig und eine große Herausforderung. Ich habe keine Ahnung, ob überhaupt etwas geschluckt wurde, aber ich fand toll, wie viel Spaß das Partybaby hatte. Und entgegen meiner Befürchtungen hat er sich nicht verschluckt.