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*hachz*

sollte ich nochmal ein kind bekommen, möge man es mir bitte im alter von anderthalb liefern: dieses alter ist grad echt der hammer.
Melanie auf glücklich scheitern im September

Ich kann das nur unterschreiben. Jede Entwicklungsphase mit dem Fröschlein war etwas ganz Besonderes. Aber seit er etwa 18 Monate alt ist, komme ich aus dem „hachzen“ und staunen kaum noch heraus. Jeden Tag denke ich mindestens zehnmal „Wahnsinn“, weil das Fröschlein weitere Kommunikationsfortschritte gemacht hat und lernt, sich immer besser mitzuteilen. Weil er seine ersten Schlussfolgerungen zieht, Zusammenhänge erkennt und auf andere Dinge überträgt. Weil er auch nach dem größten Unsinn so schelmisch lieb grinsen kann, dass (fast) jeder Ärger augenblicklich verfliegt. Und wenn man nach dem dritten seiner kräftigen, nervenzehrenden Wutanfälle innerhalb von 30 Minuten über die Adoptionsfreigabe nachdenkt, dann macht er garantiert im nächsten Moment irgendetwas, dass das Mamaherz einfach dahinschmelzen lässt. Und dieses Hochgefühl hält nun schon seit mehr als zwei Monaten an.

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Einmal das „Rundum-sorglos-Paket“ bitte

Eine lebenslange Garantie dafür, dass einem selbst, dem Kind, und allen, die einem lieb sind nichts Schlimmes passiert. Das wäre schön. Kann man das irgendwo kaufen? Oder Moment… warum überhaupt kaufen? Sollte das nicht jeder kostenlos bekommen? Als Grundversorgung! Dann bräuchten wir auch endlich für nichts mehr Verantwortung zu übernehmen und könnten dann in großes Wehklagen einfallen, sollte doch etwas schief gehen: „Warum tut denn da niemand was dagegen?“ „Das ist wirklich was, da sollten DIE mal etwas unternehmen!“

Der Trend geht eindeutig zur totalen Absicherung. Grundsätzlich habe ich daran auch gar nichts auszusetzen, besonders, wenn der so gewonnene Schutz den schwächsten Gliedern der Kette zugute kommt, zum Beispiel Fußgängern im Straßenverkehr oder Kindern. Und ich nehme mich selbst gar nicht vom Wunsch nach absoluter Sicherheit aus – im Gegenteil! Leider bin ich eher überbesorgt veranlagt und würde manchmal viel darum geben, wenn ich das Fröschlein in Watte einpacken könnte. Dennoch irritiert mich  die Erwartungshaltung, dass doch bitte „irgendwer“ (meist der Staat) endlich mal dafür sorgen muss, dass dies oder jenes nicht mehr passieren kann. Denn so entzieht man sich elegant jeder Eigenverantwortung.

Leben heißt aber auch Risiken eingehen. Selbst aktiv werden. Das Fröschlein weiß das offensichtlich. Ich muss das immer wieder lernen. Und so manch anderer scheinbar auch.

Frühsport

(Das Fröschlein ist 9 Monate, 2 Woche & 1 Tag alt)

Das Fröschlein ist ein sehr gesundheitsbewusster Mensch und startet mit einer ausgiebigen Morgengymnastik in den Tag:

  1. Möglichst schnell jede Kante des elterlichen Bettes erkrabbeln (10-20 Wiederholungen)
  2. Situps auf dem Wickeltisch, dabei immer kurze Krabbelversuche einfügen (5 Wiederholungen)
  3. Am Sofa von links nach rechts und wieder zurück rennen (8 Wiederholungen)
  4. Ein Runde Fußball spielen (Runde im wörtlichen Sinne: im Kreis hinter dem Ball herlaufen, 5 Wiederholungen)
  5. An beliebigen Möbelstücken hochziehen und in rascher Abfolge hinknien und wieder aufstehen (mind. 20 Wiederholungen)
  6. Workout: nach hinten umfallen lassen

Und da das Fröschlein nicht nur an seine eigene Gesundheit denkt, bezieht er die Mama natürlich mit ein und hat ihr ein ähnliches Programm zusammengestellt, die Wiederholungen sind analog zum Fröschleinprogramm. Wenn Sie gerne nachturnen möchten, Ihnen aber kein Fröschlein zur Verfügung steht, können Sie die Alternativübungen in Klammern machen, sie benötigen lediglich einen Medizinball oder eine sehr große Wassermelone:

  1. Hechtsprünge aus der Rückenlage zu den Bettkanten. (Eine zweite Person rollt den Medizinball quer durchs Bett und sie hindern ihn am Rausfallen).
  2. Bankdrücken am Wickeltisch. (Sie stupsen den Medizinball an und fangen ihn ein, bevor er hinunterfällt).
  3. Auf allen Vieren in einem halben Meter Abstand zum Sofa hin und her krabbeln. (Das geht auch ohne Medizinball!)
  4. Eine Runde gebückt mit nach unten gestreckten Arme im Kreis laufen. An die ausgestreckten Finger wird ein 10kg-Gewicht gehängt.
  5. Pause (ich bin ja schließlich auch nicht mehr die Jüngste)
  6. Zum Abschluss erneut Hechtsprünge. (Eine zweite Person lässt den Medizinball aus 80cm Höhe fallen. Sie halten sich in 2-3 Meter Entfernung auf und fangen ihn, bevor er den Boden berührt. Nach ein paar Tagen Übung steigern sie die Intensitiät, indem sie sich vorher mit dem Rücken zum Medizinball stellen).

So bekommen wir die erste Stunde des Tages ganz gut herum. Und vielleicht teile ich Ihnen auch irgendwann mit, wie dann der Vormittags-, Mittags- und Nachmittagssport aussieht. Mittrainieren ist auf jeden Fall empfehlenswert: es hält fit, kostet nur den Fröschleinunterhalt und ist zwar manchmal nervenaufreibend, aber auch sehr beglückend.

Durch den Wind

(Das Fröschlein ist 4 Monate, 1 Woche & 3 Tage alt)

Gestern war das Fröschlein wirklich durch den Wind. Nach einer extrem unruhigen Nacht mit Aufwachen alle 15 bis 60 Minuten sind wir am Vormittag trotzdem Richtung Möbelschweden gestartet. Es war vielleicht nicht die beste Idee des Tages. Das Fröschlein hat dort angekommen ausgiebig demonstriert, zu welcher Lautstärke er fähig ist. Tragen war doof, trinken noch viel doofer. Da wir aber 45 Minuten Fahrt hinter uns hatten, wollte ich trotzdem die wichtigsten Einkäufe erledigen. Wir sind also mit einem herzzereißend schreienden Baby im Schweinsgalopp durch Ausstellung und Markthalle getippelt, immer unterbrochen von Schlenkern ins Restaurant um rauszufinden, ob das Trinken jetzt nicht vielleicht doch klappt. Tat es aber nicht. Irgendwann schlief das Fröschlein dann total erschöpft auf dem Arm des Göttergatten ein und wachte erst auf der Heimfahrt wieder auf. Der Göttergatte nahm den ganzen Ausflug zum Glück recht gelassen, mir fiel das schwerer. Nach der für mich sehr anstrengenden Nacht nahm mich die Trinkverweigerung des Fröschleins schon sehr mit. Dafür lief die letzte Nacht schon wieder deutlich besser. Und heute war er zwar sehr auf Körperkontakt bedacht, ansonsten aber wieder ganz der Alte. Keine Ahnung, was ihm gestern so zu schaffen gemacht hat – 19-Wochenschub?

Papakind

(Dsa Fröschlein ist 3 Monate, 3 Wochen & 6 Tage alt)

Das Fröschlein ist zur Zeit ein richtiges Papakind. Wenn der Göttergatte abends von der Arbeit heimkommt, dann fängt das Fröschlein an zu strahlen und vor Freude zu zappeln. Selbst jetzt am Wochenende zaubert fast jedes Auftauchen des Papas ein Lächeln in das Fröschlein-Gesicht. Wenn der Papa dann noch Spiele mit den Füßen des Fröschleins macht, dann geht ein gackerndes Gegluckse los, das er so bei mir noch nie gemacht hat. Es ist wunderschön, die beiden so zusammen zu sehen. Ich bin wohl schon zur Gewohnheit geworden, ich werde nie so begrüßt.

Umdenken

(Das Fröschlein ist 3 Monate, 2 Wochen & 5 Tage alt)

In den ersten Wochen mit dem Fröschlein war natürlich alles sehr neu. Wir stillten teilweise im 30-Minuten-Takt, es gab viel Geschrei und beim Wickeln hatte sich bei Weitem noch keine Routine eingestellt. Bei Unternehmungen habe ich mir also immer erst den Kopf zermatert, wie und ob wir das alles hinbekommen und bin im Zweifel lieber zu Hause geblieben. Dazu kam das „Problemfeld“ Autofahren. An Übernachtungen außer Haus war somit erst einmal gar nicht zu denken.

Inzwischen hat sich das gewaltig geändert. Natürlich gibt es Aktivitäten, die nicht unbedingt Fröschlein-kompatibel sind, aber der normale Alltag ist mittlerweile ganz problemlos. Das erste Mal richtig aufgefallen ist mir das während des Aufenthalts bei meinen Eltern. Da ich seit der Geburt gewaltig an Gewicht verloren habe, brauchte ich dringend neue Gaderobe. Also stand ein Einkaufsbummel auf dem Programm. Der Start in den Tag war noch holprig: die Fahrt in die Stadt hat das Fröschlein noch hingenommen, im ersten Kaufhaus wollte er aber schon nach 5 Minuten nicht mehr im Wagen liegen und hat wenig später auch Hunger angemeldet. Wir sind also ins Café gegangen, aber das Stillen klappte zunächst gar nicht und das Fröschlein war mit seinem Geschrei vermutlich noch zwei Stockwerke tiefer zu hören. Zum Glück habe ich mittlerweile gelernt solche Situationen gelassen zu nehmen. Trotzdem habe ich uns schon in Gedanken wieder auf dem Heimweg gesehen, weil ich mir einen Einkaufsbummel mit dieser Geräuschsuntermalung nur schwer vorstellen konnte. Doch nach ein paar Minuten umhertragen klappte der zweite Stillversuch prima, das Fröschlein schlief im Anschluss ein und träumte für die nächsten 2 Stunden vor sich hin. Das reichte aus, um ein paar neue Klamotten und zwei Paar Schuhe zu kaufen, und ein gemütliches Mittagessen war auch noch inklusive. Anschließend war das Fröschlein auch noch eine knappe Stunde wach mit unterwegs und bekam zum Abschluss noch eine Stillmahlzeit für die Heimfahrt, erneut relativ problemlos. Ich war total zufrieden mit dem Tag, ging allerdings davon aus, dass es wirklich ein Glücksfall war.

Jetzt haben wir aber schon wieder solch einen Traumtag hinter uns. Gestern haben wir nach einer Geburtstagsfeier auswärts übernachtet. Schon das war kein Problem, das Fröschlein hat heute Morgen sogar relativ lange geschlafen. Dann haben wir auf der Heimfahrt bei einem Babymarkt in der Nähe (den wir allerdings noch nicht kannten) gehalten. Der Aufenthalt war kurz, denn der Laden war überhaupt nicht nach unserem Geschmack. Da wir aber dringend eine Matratze für das Fröschlein-Bett im Kinderzimmer brauchten, entschieden wir uns, zu Hause das Auto auszuladen, das Fröschlein zu stillen und dann nochmal in die Stadt zu fahren, wo ein Möbelhaus und zwei Babymärkte in direkter Nähe zu finden sind. Auch diese Tour hat das Fröschlein ohne Einschränkungen mitgemacht. Auf der Hinfahrt ist er eingeschlafen und hat so das Möbelhaus fast gar nicht mitbekommen. Den anschließenden Besuch im Babymarkt hat er aufmerksam verfolgt. Wir haben eine Matratze, ein Stoffbuch, eine Sonnenmütze und eine Quietscheente erstanden und daraufhin auf den letzten Laden verzichtet. Auch die 25-minütige Heimfahrt nahm das Fröschlein recht locker, lediglich die letzten 5 Minuten wurde er sehr quengelig. Aber mit Recht, schließlich war schon allerhöchste Zeit für die nächste Mahlzeit.

Inzwischen ist es also überhaupt kein Problem mehr, mit dem Fröschlein etwas zu unternehmen. Und mir macht es richtig Spaß, wieder mehr vor die Tür zu kommen.

Wieder daheim

Nach einer wirklich sehr schönen und (vor allem für mich) erholsamen Woche bei den Großeltern sind wir wieder zu Hause. Lustigerweise bin ich überhaupt nicht zum Bloggen gekommen, obwohl das Fröschlein kaum von Oma und Opa zu trennen war.