Tag-Archiv | erziehung

Besserwisserei

Seit dem Blogneustart gibt es die Kategorie „Besserwisserei“. Da ich für mein Leben gerne gute Ratschläge gebe (ich werde vermutlich mal eine furchtbare Schwiegermutter) und einen außerordentlichen Mitteilungsdrang habe, werden hier meine Ratschläge an Neu-Eltern gesammelt, ebenso wie die Dinge, die ich rückblickend im Alltag mit den Kindern inzwischen vielleicht anders machen würde, eben weil ich es jetzt besser weiß. Dazu soll gesagt sein: es handelt sich hier um meine ganz subjektiven Erlebnisse. Außer der Tatsache, dass ich Mutter von zwei Kindern bin (und das noch nicht einmal besonders lange), qualifiziert mich nichts zu diesen Aussagen, ich habe weder tiefergehende pädagogische noch pflegerische Qualifikationen. Aber ich habe festgestellt, dass für uns manche Dinge besser passen oder wichtiger sind, als andere. Und vielleicht geht das ja auch anderen so und hilft weiter.

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Von guten Ratschlägen und Vorbildern

(Das Fröschlein ist 4 Monate, 1 Woche & 6 Tage alt)

Am Wochenende kam das Gespräch auf Geheimnisse und Süßigkeiten. Ich meinte, das Fröschlein würde sicherlich später mal in der Tür stehen und mich fragen, was ich da mache, wenn ich mir mal ausnahmsweise heimlich ein Stück Schokolade stibitze. Daraufhin wurde mir geraten, es gar nicht zu dieser Situation kommen zu lassen, denn wenn es feste Zeiten für Naschzeugs gibt, dann sollten die für alle gelten, und nicht nur für das Kind. Vorbild und so, schon klar.

Ich habe mich unheimlich über diesen Rat geärgert (und noch mehr darüber, dass ich mich ärgere, war ja nun wirklich eine Nichtigkeit, und war außerdem noch freundlich vorgebracht). Generell tue ich mich glaube ich schwer damit, leichte Kritik – oder das, was ich dafür halte – anzunehmen oder, wenn ich es für unangebracht halte, einfach ohne weiter nachzudenken zu vergessen. Das wird mir besonders in Erziehungsfragen sicherlich noch häufiger passieren, und ich werde es wohl früher oder später lernen.

Insgesamt hat es mich aber dazu gebracht, über die Vorbildfunktion nachzudenken. Ich bin nämlich durchaus der Meinung, dass Erwachsene Vorbilder sein sollten und ähnliche Regeln wie Kinder befolgen sollten. Zum Beispiel erschließt es sich mir nicht, warum Fahrrad fahren ohne Helm (den ich zugegebenermaßen bislang selbst nicht besitze) oder bei Rot oder die Ampel gehen weniger gefährlich ist, wenn man erst einmal groß ist. Überhaupt finde ich es ganz schlimm, wenn Kinder auf berechtigte Fragen mit „Das verstehst/darfst Du erst, wenn Du erwachsen bist“ abgebügelt werden. Doch andererseits gibt es natürlich auch Bereiche, in denen es sinnvoll ist, sie altersgemäß zu regeln und auf die man trotz Kinder nicht verzichten mag. Alkohol zum Beispiel (wenn auch für mich kein Problem, da ich kaum trinke), Krimis im Fernsehen, abends lange aufbleiben, etc. Ich denke, hier kommt es viel auf die Kommunikation an und hoffe, das lässt sich auch in der Praxis so umsetzen. Und jetzt bin ich wieder bei oben genanntem Beispiel. Ich hoffe, es gelingt uns, das Fröschlein mit wenig Süßigkeiten groß zu ziehen, indem zum Beispiel nur in bestimmten Situationen eine festgelegte Menge erlaubt ist. Und an diese Regel werde auch ich versuchen mich zu halten. Natürlich wird es Ausnahmen geben – für alle Beteiligten. Und ich finde, das darf es auch, denn ich bin ein Mensch, ich liebe Süßigkeiten, und ich werde auch mal einen schwachen Moment haben. Und dann ist es nunmal auch so, dass ich im Gegensatz zum Fröschlein besser einschätzen und dosieren kann, was noch gut für mich ist und wo es schadet. Und wenn er mich erwischt, dann werden wir wohl nicht darum herumkommen, dass ich es ihm erkläre und er ausnahmsweise auch außer der Reihe darf. Mal schauen, wie lange er dann braucht, um meine Argumente zu nutzen, um für sich selbst eine Ausnahme zu beanspruchen 😉

Das ist natürlich alles noch graue Theorie, wir haben noch viel Zeit, bis es so weit ist.